Kanada schmelzen die Gletscher weg

Krasser Gletscherschwund in Kanada

Der Westen Kanadas fast ohne Gletscher? Das könnte schon zum Ende des Jahrhunderts der Fall sein. Der Klimawandel beschleunigt die Gletscherschmelze enorm. Im pessimistischen Fall bleibt nicht mehr viel Eis und Schnee in den westlichen Gebirgen Kanadas übrig.

Die Fläche des Gletschereises im Westen Kanadas werde bis zum Jahr 2100 im Vergleich zum Jahr 2005 je nach Region um 75 bis mehr als 90 Prozent schwinden, lautet die Prognose der Forscher um Garry Clarke von der University of British Columbia in Vancouver im Journal "Nature Geoscience". Noch bedecken in Alberta und British Columbia die Gletscher ein Areal von knapp 27.000 Quadratkilometern, was fast der Fläche Belgiens entspricht.

Die Gebirgsgletscher ziehen sich weltweit seit Jahrzehnten zurück. Bislang stützen sich Prognosen zu ihrer Entwicklung auf Daten zu wenigen Gletschern, die dann auf die übrigen übertragen werden. Im Gegensatz dazu koppelten die Forscher um Clarke nun Klimamodelle mit hochaufgelösten Daten zur Topografie im Westen von Kanada und bezogen auch den Eisfluss in ihre Simulationen ein.

Die Gletscherareale entlang der Küste mit ihrem Meeresklima werden demnach voraussichtlich um etwa 75 Prozent schwinden, schreiben die Forscher. Die im Inland gelegenen Eisgebiete samt denen der Rocky Mountains gehen demnach sogar um mehr als 90 Prozent zurück. Dort schmilzt etwa das Columbia-Eisfeld, zu dem acht große Gletscher gehören, zum größten Teil sogar ab.