Mumie ist fast vollständig erhalten

Sensationsfund im Eis: Bergarbeiter graben Wollhaarmammut-Baby aus!

Im Yukon (Kanada) wurde Nun cho ga gefunden. Das Mammut-Baby starb bereits vor rund 30.000 Jahren.
Im Yukon (Kanada) wurde Nun cho ga gefunden. Das Mammut-Baby starb bereits vor rund 30.000 Jahren.

Für die Forscher ist es ein Grund zum Feiern: Mitarbeiter einer Goldmine im Yukon-Territorium (Kanada) haben bei ihrer Suche nach dem seltenen Metall etwas noch weitaus Selteneres gefunden: ein fast vollständig erhaltenes Baby-Wollhaarmammut! Die Bilder zeigen ein gut erkennbares Tier.

Name für das Tier gefunden

In einem Statement der zuständigen Regierung von Yukon gemeinsam mit Angehörigen der Tr’ondek Hwech’in First Nation wurde der Fund bekannt gegeben. Als First Nation bezeichnet man alle indigenen Menschen in Kanada, die nicht zu den Inuit oder den Métis gehören.

Arbeiter hätten das Mamut im Eureka Creek in den Klondike Goldfeldern auf dem Gebiet der Tr’ondek Hwech’in im Permafrost entdeckt. Die Angehörigen dieses Volkes nannten das Mammut-Kalb „Nun cho ga“, was in der Han-Sprache viel heißt wie „Großes Tierbaby“.

Am besten erhaltene Mammut Nordamerikas

Es ist nicht das erste Mal, dass im Yukon ein solcher Fund gemacht wurde. Das Gebiet ist bekannt für seine eiszeitlichen Funde. Dennoch bezeichnet der Minister für Tourismus und Kultur, Ranj Pillai, den Fund als „bedeutende Entdeckung“. Zudem sei der Fund ein Zeichen der guten Zusammenarbeit: „Ohne starke Partnerschaften zwischen den Minenarbeitern, den Tr’ondek Hwech’in und der Regierung von Yukon, könnten solche Entdeckungen gar nicht gemacht werden.“ Von offizieller Seite heißt es, es sei das „kompletteste mumifizierte Mammut, dass je in Nordamerika gefunden wurde“.

Auch die Chief der Tr’ondek Hwech’in Roberta Joseph bezeichnete den Fund als „herausragende Entdeckung“ für die First Nation. Nun sei es wichtig, mit der Regierung so zusammenzuarbeiten, dass „unsere Traditionen, unsere Kultur und unsere Gesetze gewahrt werden.“

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Ein Traum für Forscher

„Wir sind dazu verpflichtet, mit Nun cho ga respektvoll umzugehen, weil sie beschlossen hat, sich uns jetzt zu zeigen.“ Erste Untersuchungen haben bereits ergeben, dass es sich bei dem Mammut um ein Weibchen handelt. Vermutlich starb sie vor ungefähr 30.000 Jahren. Das Eis konservierte das tote Tier und erhielt es bis heute.

Für den Paläontologen Grant Zazula, der das Tier erforschen darf, ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen: „Ich habe mein Leben lang davon geträumt, es von Angesicht zu Angesicht mit einem Wollhaarmammut zu tun zu haben. Mein Traum ist heute wahr geworden. Nun cho ga ist wunderschön und das unglaublichste mumifizierte Eiszeit-Tier, das je auf der Welt entdeckt wurde. Ich bin gespannt, mehr von ihr zu lernen.“ (eon)

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