Forscher aus dem Häuschen "Das ist historisch"

Nasa-Sonde entnimmt Asteroiden Bennu eine Probe

„Ich kann nicht glauben, dass wir das hinbekommen haben“

Es ist vollbracht, die Nasa-Forscher jubeln: Bei einem mehrstündigen komplizierten Manöver hat die Sonde „Osiris Rex“ als erster US-Flugkörper eine Probe von einem Asteroiden entnommen. Sie soll in rund drei Jahren zurück zur Erde geschickt werden. „Der Flugkörper hat all das gemacht, was er machen sollte“, sagte Dante Lauretta, Chef-Wissenschaftler der Mission. „Ich kann nicht glauben, dass wir das hinbekommen haben. Das ist historisch, das ist wunderbar.“

Kompliziertes Manöver

HANDOUT - 16.10.2020, ---, Weltraum: Eine undatierte grafische Darstellung zeigt die Nasa-Sonde Osiris-Rex, die über dem Asteroiden Bennu mit ihrem Touch-And-Go Sample Arm Mechanism (TAGSAM), einer Art Roboter-Arm, eine Probe von dem Asteroiden nimmt
Die Raumsonde Osiris-Rex gelang ein kompliziertes Manöver auf dem Asteroiden Bennu. © dpa, wst

Ob die entnommene Probe verwertbar sei und ausreiche, werde sich jedoch erst in den kommenden Tagen herausstellen, nachdem „Osiris Rex“ weitere Daten zur Erde gesandt habe, sagte Lauretta. Die Nasa-Wissenschaftler hoffen auf etwa 60 bis 2000 Gramm Staub, Geröll und Gestein.

Die Sonde hatte ihren Platz in der Umlaufbahn des Asteroiden Bennu vorübergehend verlassen und sich ihm bis auf wenige Meter genähert. Mit einer Art Roboter-Arm namens „Tagsam“ (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism) berührte sie die Oberfläche des Asteroiden etwa fünf Sekunden lang und stieß dabei unter Druck gesetzten Stickstoff aus, um Probenmaterial aufzuwirbeln. Nach dem Aufsaugen der Probe entfernte sich die Sonde wieder von Bennu und machte sich auf den Weg zurück in ihre Umlaufbahn. Die Nasa hatte das Manöver zuvor zweimal erfolgreich geprobt.

 Als der erfolgreiche Abschluss des Manövers im Nasa-Kontrollzentrum im US-Bundesstaat Maryland bekanntgegeben wurde, sprangen viele der Wissenschaftler - alle in blauen T-Shirts und mit Schutzmasken - in die Höhe, klatschten und jubelten. Einige hatten Tränen in den Augen.

Asteroid Bennu könnte der Erde in 150 Jahren sehr nahe kommen

„Osiris Rex“ war im September 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund zwei Jahre später bei Bennu angekommen. Seitdem umkreist die etwa sechs Meter lange und 2.100 Kilogramm schwere Sonde (ihre Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) den Asteroiden und untersucht ihn mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras.

Der tiefschwarze Bennu, benannt nach einer antiken ägyptischen Gottheit, hat einen Durchmesser von rund 550 Metern und könnte der Erde in gut 150 Jahren recht nahe kommen. Auch wenn das Einschlagrisiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden - und will ihn deshalb ganz genau erforschen.

Zudem erhoffen sich die Wissenschaftler von der rund 850 Millionne Euro (eine Milliarde US-Dollar) teuren Mission Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren, denn Asteroiden sind Überbleibsel davon.

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