Damit Vielfalt normal wird

Jetzt kommen die Hochs und Tiefs mit Migrationshintergrund

Hochs und Tiefs bekommen mehr internationale Namen

Tief AHMET statt Tief ALBERT, Hoch DRAGICA statt Hoch DAGMAR: In den nächsten Wochen werden die Hoch- und Tiefdruckgebiete in Deutschland internationale statt typisch deutsche Namen tragen. 14 Wetterpatenschaften sind vergeben, die das Wetter diverser machen sollen.

#Wetterberichtigung: Ein symbolischer Schritt für mehr Vielfalt

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM), ein Netzwerk von Journalistinnen und Journalisten, das sich als Interessenvertretung für Medienschaffende mit Migrationshintergrund versteht, haben 14 Wetterpatenschaften für die ersten Wochen 2021 gekauft und die kommenden Tiefs und Hochs sozusagen auf Namen mit Migrationshintergrund getauft.

„Das Wetter diverser zu machen, ist nur ein symbolischer Schritt“, sagt NdM-Vorsitzende Ferda Ataman. „Wichtig ist, dass gesellschaftliche Vielfalt endlich Normalität wird, überall.“ Bei mehr Sichtbarkeit und Teilhabe spielen vor allem Medien eine wichtige Rolle.

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen, setzen sich für mehr Vielfalt in den Medien ein und die Kampagne #Wetterberichtigung soll dazu beitragen, sie sichtbar zu machen.

Diversity-Checklisten für die Medien sollen her

Deshalb fordern die Neuen deutschen Medienmacher*innen gemeinsam mit den Neuen Schweizer Medienmacher*innen und Kolleg*innen aus Österreich:

  1. Medien sollten mit Diversity-Checklisten arbeiten und auch nicht-weiße Menschen zeigen. Bei jedem Thema, in jeder Sendung.
  2. Medien sollten sich verpflichten, eine Quote für Journalist*innen aus Einwandererfamilien einzuhalten.
Die Wetterpatenschaften
Hoch ALEXANDER ist out. Das nächste Hoch bekommt einen internationalen weiblichen Vornamen, das aktuelle Tief heißt AHMET.

Internationale Namen bei den Wetterpatenschaften gibt es längst

Allerdings sind die Wetterbericht-Redakteurinnen und -redakteure in diesem Fall die falschen Adressaten. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat es längst selbst in der Hand, ihre Namen bei den Hochs und Tiefs auftauchen zu lassen. Denn seit November 2002 gibt es die Aktion "Wetterpate". Wurden bis dahin die Namenslisten vom meteorologischen Institut der FU Berlin erstellt, kann heute jede und jeder Wetterpate werden und sich ein Druckgebilde „kaufen“.

Und hin und wieder tun das auch Personen mit nicht typisch deutschen Namen. Im vergangenen Jahr 2020 gab es u.a. folgende Tiefs und Hochs:

Hochs:

  • Keywa am 24. März
  • Ismail am 10. September
  • Ramesh am 2. November
  • Scott am 8. November

Tiefs:

  • Damira am 8. Januar
  • Saci (gespr. Sadschi) am 7. April
  • Xochil (gespr. Sotschel) am 5. Juli
  • Jadranka am 20. Oktober