Zweitwärmster und zweitnassester Februar aller Zeiten

Jetzt ist es offiziell: So warm und nass war es nur selten

Der Fruehling kuendigt sich im Siegerland an, Krokusse bluehen im Schlosspark am Oberen Schloss in Siegen auf einer Wiese, eine Frau fotografiert Ihre Hunde Australian Shepherd mit der Blumenpracht Fruehlingsboten im Siegerland am 08.03.2020 in Siege
Bitte recht freundlich. Doch gerade die Winterfreunde hatten im Februar 2020 wenig zu lachen. Der Hochwinter-Monat war am Ende fast 5 Grad zu warm. © imago images/Rene Traut, Rene Traut via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Februar 2020 im Rückblick

Jetzt ist es offiziell: Der Februar 2020 war definitiv einer der außergewöhnlichsten Februar-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Insgesamt 15 Tiefdruckgebiete beeinflussten unser Wetter. Das ist mehr als reichlich und spiegelt sich auch bei den Regenmengen wider. Denn nur ein Februar in der Wettergeschichte verlief nasser. Das war der Februar 1946. Gleichzeitig war es nicht nur besonders regnerisch, sondern auch extrem mild und wiederholt windig bis stürmisch. Das prominenteste Tief war hierbei sicherlich "Sabine".

Jetzt bestätigte auch der Deutsche Wetterdienst, dass wir den zweitwärmsten und zweinassesten Februar seit Aufzeichnungsbeginn erlebt haben.

Sehr viel Regen - Das war definitiv extrem wichtig

06.02.2020, Rheinland-Pfalz, Niederwerth: Die Uferpromenade der Insel Niederwerth ist vom Hochwasser des Rheins überflutet. Der vorläufige Scheitel des Rheinhochwassers wird am Donnerstag am Mittelrhein erwartet. Foto: Thomas Frey/dpa
Reichlich Regen mit entsprechender Hochwassergefahr. In Niederwerth, Rheinland-Pfalz wurde Anfang Februar die Uferpromenade überschwemmt. © dpa, Thomas Frey, tfr wsr

So viel Niederschlag hat am Ende nur ein Februar gebracht. Und der liegt schon Jahrzehnte zurück. Im deutschlandweiten Durchschnitt fielen rund 120 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht fast 230% des langjährigen Mittelwertes, der bei etwa 55 Liter pro Quadratmeter liegt. Viel zu nass, mag man meinen. Allerdings war der Regen enorm wichtig. Weil nämlich besonders der Januar in einigen Landesteilen viel zu trocken verlief. Wäre der Februar ebenfalls so trocken geworden, dann wäre das eine Katastrophe für die Vegetation im Frühjahr geworden. 

Selbst nach dem Mega-Regen gab es allerdings noch einige Regionen, in denen die Böden in einer Tiefe von ein bis zwei Metern am Ende des Monats noch viel zu trocken waren. Insbesondere in Teilen der Osthälfte (Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Ostbayern). Generell besser sah es Monatsende im Oberboden aus. Beim für die Pflanzen verfügbaren Wasser war und ist die Lage überall entspannt.

Februar 2020 - Der Unwinter ging weiter

Für die Winterfreunde unter uns waren es harte Zeiten. War der Dezember 2019 „nur“ knapp 3 Grad zu warm, so legten die Folgemonate richtig nach. Der Januar mit einer positive Abweichung von rund 4 Grad, bevor es im Februar in Rekordbereiche ging. Am Ende lag die deutschlandweite Tagesmittel-Temperatur bei 5,3 Grad. Und das sind gut 4,9 Grad überm langjährigen Mittelwert (1961 bis 1990). Das bedeutet am Ende Platz 2. Der Februar 1990 ist und bleibt somit das Maß der Dinge mit fast 5,5 Grad positiver Abweichung.

Sabine sorgte für Chaos in Deutschland

Orkantief Sabine zieht über Köln, wo am Sonntag Warnhinweise wegen Steinschlag am Kölner Dom aufgestellt wurden.
Orkantief "Sabine" zog auch über Köln, wo man jedoch bestens auf den Sturm vorbereitet war. © imago images/Future Image, Christoph Hardt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Bei all den Tiefdruckgebieten mit Sturmlagen erreichte OrkanSabine die größte Prominenz. Sabine legte vom 9. bis zum 10. Februar 2020 Teile des öffentlichen Lebens in Deutschland lahm und sorgte so verbreitet für schwere Sturm- bis Orkanböen. Der Feldberg im Schwarzwald war Spitzenreiter mit 177 km/h Windgeschwindigkeit

Weitere Sturmtiefs wie Victoria und Yulia sorgten im Endeffekt dafür, dass die Windkraftanlagen auf Land und See bei der Stromproduktion im Februar einen Rekordmonat verzeichnete.

Die letzten Zuckungen des Winters

Auch wenn der Februar für Winterfreunde kaum etwas zu bieten hatte: Schnee und Eis sind natürlich noch nicht ausgestorben. Zuminest im Bergland zeigt sich in dieser Wetterwoche ein ganz anderes Bild: 15 Zentimeter Neuschnee mit Schneeverwegungen auf dem Brocken im Oberharz. Den eisigen Nachschlag des Märzwinters sehen Sie im Video.