Das Grauen hat einen Namen

Januar 2021: Ein Monat ohne Sonne im Corona-Winter

Trübster Januar seit Aufzeichnungsbeginn und viel zu kalt

Das Grauen trägt einen Namen: Januar 2021. Denn so sonnenlos wie bisher verlief noch kein Januar-Monat. Bis jetzt gibt es am unteren Ende der Sonnenbilanz sogar Orte, die noch nicht einmal eine Sonnenstunden abbekommen haben. Insofern ist der Januar 2021 auf dem besten Weg, der sonnenloseste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu werden. Und nicht nur das: Er ist auch noch viel zu kalt. Aber das hat einen anderen Grund.

Die Suche nach Licht und Vitamin D

In den naechsten Tagen kann es immer wieder Regen geben, dunkle Wolken am Himmel ueber Siegen Symbolbild zum Thema Wetter, Unwetter, Sommer im Siegerland am 27.06.2020 in Siegen/Deutschland. *** In the next few days there may be rain again and again,
Wo war im Januar die Sonne? (Symbolbild) © imago images/Rene Traut, Rene Traut via www.imago-images.de, www.imago-images.de

RTL-Meteorologe Christian Häckl über die Sonne im Januar 2021 bisher: „Wer nicht gerade auf der Zugspitze oder in Saarbrücken wohnt, wo nach den ersten 18 Tagen im Januar wenigstens die normale Sonnenration serviert wurde, hat es nicht leicht auf der Suche nach Licht und Vitamin D. Nach fast zwei Drittel des Monats gab es im Deutschlandmittel bis jetzt nur 26 Prozent der normalen Sonnenscheindauer. Besonders trüb war es dabei in einem breiten Streifen von NRW und Niedersachsen bis nach Brandenburg mit oft unter 10 Prozent.”

Hier war es besonders grau

Christian Haeckl: „In Berlin und Köln fällt einem die graue Decke bei nur 2 Stunden (nicht mal 4 Prozent) Sonne auf den Kopf, in Göttingen, Paderborn oder Lippspringe steht bei weniger als einer Stunde Sonne in 18 Tagen sogar die Null vor dem Komma!”

 Panorama vom Zentrum in Berlin, Trübes Wetter mit Schnee und Regen 04.01.2021, Berlin.
Grau, grauer der Himmel über Berlin. Panorama vom Zentrum in Berlin. © imago images/Dirk Sattler, Dirk Sattler via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der weitere Wettertrend: Die Aussichten sind nicht erbaulich

Wer jetzt aber endlich mal auf eine Besserung hofft, den könnten die Wettercomputer auch bis zum Ende des Januars 2021 enttäuschen. Hierzu der RTL-Meteorologe: „Die Aussichten für den Rest des Monats in Sachen Sonne sind leider eher bescheiden und damit könnte dieser Januar der Trübste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Zu schlagen gilt es übrigens das Jahr 2013 wo immerhin die Hälfte der normalen Sonnenscheindauer registriert wurde.”

Der Januar 2021 war bisher deutlich zu kalt

Dass der Januar 2021 mit rund 1,5 Grad unterm langjährigen Durchschnitt bisher als deutlich zu kalt in die Wettergeschichte eingeht, hat hingegen einen ganz anderen Grund. Das liegt nämlich daran, dass bei der Wetterstatistik inzwischen eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Denn seit dem Jahresbeginn gilt der neue Klimazeitraum und damit werden die Extreme jetzt zur Normalität. Am Klimawandel ändert das aber leider nichts.

Corona und Wetter: So wirkt sich das trübe Wetter auf die Viren aus

Fakten-Check Januar 2021 bisher

Hier eine Auswahl der extremsten Wetterdaten aus dem offiziellen Messnetz des Deutschen Wetterdienstes bis einschließlich 20.Januar 2021:

  • Kälteste Temperaturen: -21,6 Grad auf der Zugspitze sowie -19,5 Grad in Oberstdorf (beides Bayern)
  • Höchste Temperaturen: 10,1 Grad in Dörpen und 9,9 Grad in Meppen (beides Niedersachsen)
  • Höchste Windgeschwindigkeit: 119,5 km/h Brocken (Sachsen-Anhalt) und 110,5 km/h Leuchtturm Alte Weser (Niedersachsen)
  • Höchste Schneehöhe: 260 Zentimeter auf der Zugspitze sowie 189 Zentimeter in Thurnau-Tannfeld (beides Bayern)
  • Die meisten Sonnenstunden: 86,2 Stunden auf der Zugspitze sowie 46,8 Stunden in Oberstdorf (beides Bayern)

Unsere Wettertrends und Langfristprognosen

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-Themen haben, so können wir Ihnen den 7-Tage-Wettertrend ans Herz legen mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und CFS.

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