Januar 2015: Das neue Jahr startet mit einem deutlich zu warmen Januar

Januar 2015: Das neue Jahr startet mit einem deutlich zu warmen Januar
Der Januar 2015 war deutlich zu warm © dpa, Frank Rumpenhorst

Dem Temperaturrekordjahr 2014 folgt ein deutlich zu warmer Januar 2015

Häufige westliche Wetterlagen sorgten

in Deutschland für einen facettenreichen Januar 2015. Von

frühlingshafter Wärme mit Rekordtemperaturen über schwere Stürme bis

hin zu kurzen Winterintermezzos war alles im Angebot. Insgesamt fiel

der Monat sehr mild und niederschlagsreich sowie sonnenscheinarm

aus.

Zeitweise frühlingshafte Wärme mit Temperaturrekorden

Nachdem das Jahr 2014 das wärmste seit Beginn der

Wetteraufzeichnungen gewesen war, zeigte auch der Januar 2015 in

Deutschland eine positive Temperaturanomalie. Die

Durchschnittstemperatur betrug 2,1 Grad Celsius und lag damit

um 2,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode

1961 bis 1990 von -0,5 Grad. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis

2010 erreichte die Abweichung +1,7 Grad. Zu Beginn des Monats

herrschte Hochdruckeinfluss, der aber nur im Süden wolkenarmes

Wetter brachte. So konnte die Temperatur dort über der noch

vorhandenen Schneedecke bis in den strengen Frostbereich absinken.

Das im württembergischen Allgäu gelegene Leutkirch-Herlazhofen

meldete mit -15,2 Grad in der Nacht zum 1. den tiefsten Wert im Januar.

Anschließend herrschte unter Tiefdruckeinfluss in der ersten und

zweiten Monatsdekade eine lebhafte westliche Strömung, die

überwiegend sehr milde Luftmassen heranführte. Orkantief ‚Felix‘

sorgte am 10. in Deutschland für frühlingshafte Wärme. Die

Temperaturen stiegen erstmals in einem Januar auf Rekordwerte von

über 20 Grad. In Piding in Oberbayern wurden 20,5 Grad erreicht.

Wiederkehrende Niederschläge bewirkten einen zu nassen Januar

Der Januar 2015 verlief deutlich zu niederschlagsreich. Mit 87

Litern pro Quadratmeter (l/m²) übertraf er sein Soll von 61 l/m² um

42 Prozent. Verantwortlich für den vielen Regen und Schnee war die

rege, vom Atlantik nach Europa gerichtete Tiefdrucktätigkeit. Der

meiste Niederschlag fiel im Schwarzwald mit bis etwa 300 l/m². Im

Thüringer Becken sowie im nördlichen und östlichen Harzvorland blieb

es mit örtlich weniger als 30 l/m² vergleichsweise niederschlagsarm.

Die höchste Tagessumme meldete die Station Sankt Blasien-

Menzenschwand im Schwarzwald mit 59 l/m² am 3., als das kleine

Tief „Alexander“ über Süddeutschland nach Südosten zog. In den

meisten Mittelgebirgen herrschte lange chronischer Schneemangel. Nur

zu Beginn des Monats und in der letzten Dekade lag dort, ebenso wie

im Alpenvorland, eine Schneedecke. Am Ende des Monats konnte die

Schneedecke weiter anwachsen.

Im Ergebnis eine leicht negative Sonnenscheinbilanz

In Deutschland blieb die Sonnenscheindauer im Januar 2015 mit 35

Stunden um 19 Prozent unter dem Soll von 44 Stunden. Am längsten

zeigte sich die Sonne im Allgäu und im Bayerischen Oberland mit bis

zu 70 Stunden. Weniger als 20 Stunden schien sie dagegen

gebietsweise im Vogelsberg und im Thüringer Wald.

Quelle: dwd.de