Hitze-Vorhersage für Urlaubsländer - Wind spielt eine Rolle

Wie lange hält die Hitzewelle in Griechenland, Italien und der Türkei an?

Das Ende der Hitze bedeutet nicht das Ende der Brände

Die extreme Hitzewelle in Südeuropa hält nun schon über eine Woche an und die Temperaturen gehen erst am Ende der Woche wieder langsam runter. Es bleibt aber heiß. Die Trockenheit und Hitze führten schon zu katastrophalen Waldbränden. Wann gibt es endlich Entwarnung? Unser Meteorologe Carlo Pfaff erklärt, wie es mit der Hitzewelle in Griechenland, der Türkei und anderen Ländern aussieht. Und welche Rolle der Wind spielt.

Wie heiß war es im Süden Europas?

Hitzewelle in Griechenland - In der Stadt Argos auf der griechischen Halbinsel Peloponnes kletterten die Temperaturen am Montag, 2. August 2021 auf bis zu 46 Grad Celsius. Im Bild: Die gemessene Temperatur an einer Apotheke beträgt 46 Grad Celsius. S
Hitzewelle in Griechenland - In der Stadt Argos auf der griechischen Halbinsel Peloponnes kletterten die Temperaturen am Montag, den 2. August, auf 46 Grad. © imago images/ANE Edition, Vasilis Papadopoulos via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die außergewöhnlich lang anhaltende Hitze im Südosten Europas hat vor allem in Griechenland und in der Türkei bislang Höchstwerte verbreitet mit mehr als 40, stellenweise sogar bis zu 44 Grad gebracht, etwa in Larisa (Griechenland) sowie in Marmaris und Dalaman (Türkei). 43 Grad waren es in Bodrum und Antalya. In Albaniens Hauptstadt Tirana wurde am Sonntag mit 42,2 Grad der Hitzerekord eingestellt. 43 Grad wurden vergangenen Freitag auf Sizilien in Catania gemessen.

Ob es noch heißer wird, weiß RTL-Meteorologe Carlo Pfaff: „Am Donnerstag sind Höchstwerte bis 45 oder 46 Grad möglich. Die bisherige absolut höchste Temperatur für Europa liegt bei 48,0 Grad. Die wurde am 10.7.1977 in Athen gemessen und dürfte wohl nicht geknackt werden.“

Saharastaub verhindert größere Hitze

01.08.2021, Griechenland, Patras: Ein Feuerwehrmann bekämpft einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Ziria, östlich von Patras. Griechenland wird weiterhin von einer Dauerhitzewelle und Trockenheit heimgesucht, weshalb zahlreiche Waldbrände ausgebroch
Waldbrände in Griechenland: Ein Feuerwehrmann bekämpft ein wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit ausgebrochenes Feuer. © dpa, Andreas Alexopoulos, MV aju

Solch hohe Temperaturen sind auch am Mittelmeer nur möglich, wenn die Luftströmung aus Nordafrika kommt. Dies trifft diesmal für das östliche Mittelmeer zu. Dabei kommt auch Saharastaub in höheren Luftschichten mit. Zum Glück, denn dadurch werden noch höhere Temperaturen verhindert.

Carlo Pfaff gibt auch einen Ausblick, wie lang die Hitze noch anhält: „Am Freitag erwarten wir zunächst in Griechenland, am Samstag dann auch in der Türkei zumindest mal vorübergehend eine Abkühlung auf Werte zwischen 33 und 37 Grad. Anfang nächster Woche sind vereinzelt wieder Höchstwerte um 40 Grad möglich, insgesamt aber nicht mehr so extrem heiß wie die letzten Tage.“

Es bleibt aber durchaus windig. Und das ist Futter für die Brände, die immer wieder neu angefacht werden. Innerhalb von acht Stunden seien rund um das UNESCO-Welterbe Olympia sieben Brände ausgebrochen, sagte der Chef des griechischen Zivildienstes. Bulldozer zogen Gräben entlang des Geländes, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Türkei kämpft gegen die schlimmsten Waldbrände ihrer Geschichte

In der Türkei sind die Brände sogar die schlimmsten der Geschichte. Dies sagte Präsident Erdogan in einem TV-Interview. In den Waldbrandgebieten nahe der Westküste erfassten die Flammen ein Kohlekraftwerk. Umweltaktivisten warnten, die Kohlevorräte könnten sich entzünden und giftige Gase freisetzen.

Angefacht durch hohe Temperaturen und trockene, starke Winde haben die Brände in der Touristenregion Tausende Türken und Urlauber zum Verlassen ihrer Häuser oder Hotels gezwungen. Acht Menschen sind bislang ums Leben gekommen.

Es wird also etwas kühler, das bedeutet für die Menschen eine Erleichterung. Allerdings stellt der Wind beim Thema Waldbrände eine große Gefahr da. Das Ende der Hitze bedeutet nicht das Ende der Brände.

Letzte so lange Hitzewelle im Jahr 1987

dpatopbilder - 01.08.2021, Türkei, Bodrum: Ein Mann geht mit einem Hund durch rauchverhangene Luft an einem Strand entlang. In der Türkei kämpften Tausende Einsatzkräfte den fünften Tag in Folge gegen Waldbrände. In der Ferienregion Bodrum wurden meh
Ein Mann führt seinen Hund am rauchverhangenen Strand der türkischen Stadt Bodrum spazieren. © dpa, Emre Tazegul, BO aju nwi pil

Außergewöhnlich ist die Dauer der Hitzewelle mit Höchstwerten konstant mehr als 40 Grad. Angefangen hatte es mit den 40 Grad und mehr schon vergangenen Dienstag, den 27. Juli. Dass im Hochsommer in diesen Regionen die Temperaturen zwei bis drei Mal über 40 Grad klettern, ist normal. Aber eine so lange Hitzewelle mit über 40 Grad ist extrem und bislang nur im Jahr 1987 aufgetreten.

Auf was sich Urlauberinnen und Urlauber noch einstellen müssen, sagt Meteorologe Pfaff: „Die Temperaturen sollten sich nächste Woche immer mehr Richtung 30 bis 35 Grad einpendeln, was ja für die Jahreszeit am östlichen Mittemeer durchaus normal wäre. In Süditalien ist das Schlimmste in Sachen Hitze jetzt schon überstanden.“

Allerdings baut sich der nächste Sahara-Outbreak schon auf – und der könnte dann das westliche Mittelmeer treffen, Italien erneut inklusive.

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(kfb und osc)