Feuersbrunst

Ist der Klimawandel schuld an den Buschfeuern in Australien?

Neue Rekorde aufgestellt

So schlimm war es noch nie und ein Ende ist nicht in Sicht. Erst in den vergangenen Jahren wurden in Australien neue Temperaturrekorde aufgestellt. Nachdem auch der aktuelle Sommer die Messlatte höher legt, bezeichnet die Regierung unter Premierminister Scott Morrison die Klimaschutzmaßnahmen seiner Regierung als ausreichend. Doch ist dem wirklich so? Klimaforscher auf der ganzen Welt sehen das anders und machen vor allem den Klimawandel für die verheerenden Waldbrände verantwortlich.

Extrem trockene Vegetation

December 21, 2019, Blue Mountains National Park, New South Wales, Australia - The Grose Valley fire in the Blue Mountains area of Lithgow and Blackheath, New South Wales. (Credit Image: © Brett Kennedy/Royal Australian Navy via ZUMA Wire |
Die Buschbrände in Australien wüten auch im Naherholungsziel Blue Mountains National Park. © picture alliance / ZUMAPRESS.com, Brett Kennedy, Julie Rogers

Der vergangene Sommer war Australiens bisher wärmster und gleichzeitig der regenärmste. Die Folge: Die Vegetation ist extrem trocken und damit leicht entflammbar. Die Zahl der Todesopfer steigt stetig und liegt bereits im zweistelligen Bereich. Eine Fläche, größer als fünf Millionen Hektar ist bereits abgebrannt. Das entspricht der Größe Belgiens.

Wasserverbrauch soll besser geplant werden

December 4, 2019 - Australia - Bushfires in south and eastern Australian states started growing in number through October 2019, and have since sent smoke halfway around the world. As of early December, the fires continued to rage. The fires are visib
Per Satellitenbild sind die Buschbrände and der Ostküste Australiens gut zu erkennen. © picture alliance / ZUMAPRESS.com, NASA Earth, Shalan Stewart

Stefan Rahmstorf, Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimaforschung macht die zunehmende Erderwärmung dafür verantwortlich. Die sorge „für höhere Temperaturen und Dürre“. In dieselbe Kerbe haut auch Professorin Glenda Wardle von der Universität Sydney: „Der Klimawandel hat direkte und indirekte Ursachen für katastrophale Brände. Trockene, heiße und windige Wetterbedingungen erhöhen die Chance, dass Feuer sich ausbreiten. Brennbare Vegetation wie die Eukalyptus-Wälder in New South Wales erhöhen die Chance, dass sich Brände ausbreiten.“ Die Wissenschaftlerin denkt dabei auch an das Naherholungsgebiet im Nationalpark Blue Mountains wo die Brände bereits Mitte Dezember wüteten. „Wir müssen am Anfang der Kausalkette starten: Kohleförderung stoppen, CO2-Emissionen reduzieren und Trinkwasser sorgsam teilen, um den Wald gesund zu halten und unsere Städte mit Trinkwasser zu versorgen“, sagte die Professorin weiter. „Das Klima“, so Wardle, „ist mit der Gesundheit des Waldes verbunden.“

Mallacoota musste evakuiert werden

03.01.2020, Australien, Bairnsdale: Scott Morrison (M), Premierminister von Australien, und Darren Chester (r), Mitglied des Repräsentantenhauses von Gippsland, besichtigen die vom Feuer verwüsteten Wildflower-Farm von Paul und Melissa Churchman in S
Der australische Premierminister Scott Morrison besichtigt eine abgebrannte Farm in Bairnsdale. © dpa, James Ross, jr ea fgj

Landesweit sollen mehr als 1400 Häuser zerstört worden sein. Die Bundesstaaten New South Wales und Victoria sind hauptsächlich davon betroffen. Die Stadt Mallacoota an der Südostküste Australiens musste evakuiert werden. Dort hatten sich Neujahr rund 4000 Menschen an den Strand geflüchtet. Ministerin Lisa Neville rief zum ersten Mal in der Geschichte des Bundesstaates Victoria und bereits das dritte Mal in diesem Jahr im Bundesstaat New South Wales den Notstand aus. Die Dürreperiode hält bereits das dritte Jahr an und ein Ende ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Australische Meteorologen warnen vor dem anstehenden Wochenende, an dem mehr als 40 Grad und heftige Winde erwartet werden, die die Brände sogar noch beschleunigen könnten.