Steht die Eruption kurz bevor?

Islands Vulkan Grimsvötn grummelt verdächtig

Vulkan könnte wieder den Himmel verdunkeln

Der eisbedeckte Vulkan Grímsvötn auf Island verursachte 2011 einen ungewöhnlich großen und starken Ausbruch, bei dem Asche 20 km in die Atmosphäre geschossen wurde und deswegen etwa 900 Passagierflüge gestrichen werden mussten. Im Vergleich dazu führte der viel kleinere Ausbruch von Eyjafjallajökull im Jahr 2010 zur Annullierung von etwa 100.000 Flügen. Nun könnte es wieder soweit sein und ein isländischer Vulkan den Himmel verdunkeln.

Flugbehörden werden nervös

Der Vulkan Grimsvötn in Island spuckt Asche in den Himmel, in der Nacht vom 21.05.2011.  Die Aschewolke aus Island hat Deutschland erreicht und die Reisepläne von Zehntausenden Passagieren durchkreuzt. Hunderte Flüge wurden am Mittwoch (25.05.2011) g
Vulkan Grimsvötn hatte 2011 seinen letzten großen Ausbruch. © dpa, Helicopter.is -

Dementsprechend werden die Flugbehörden bei jeder Erwähnung eines isländischen Vulkans, der kurz vor dem Ausbruch steht, nervös. Schließlich hat man mit der COVID-19-Pandemie bereits genug zu kämpfen. Die Anzeichen verdichten sich jedoch, dass Grímsvötn kurz vor einem Ausbruch steht. So verwundert es nicht, dass isländische Behörden die Warnstufe für den Vulkan erhöht haben.

Grímsvötn ist ein eigenartiger Vulkan, da er fast vollständig unter Eis liegt. Der einzige dauerhaft sichtbare Teil ist ein alter Kamm an seiner Südseite seiner Caldera (Kraterrand) bildet. Und am Fuß dieses eisbedeckten Kamms sind die letzten Eruptionen aufgetreten.

Schmelzwassersee unter dem Oberflächeneis

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Wärmeabgabe des Vulkans außerordentlich hoch ist (2000-4000 MW), wodurch das darüber liegende Eis schmilzt und unterhalb der noch immer schneebedeckten Oberfläche einen Schmelzwassersee hat entstehen lassen. Der Wasserstand steigt immer weiter an, da mehr und mehr Eis schmilzt und in den heißen Vulkankrater fällt. Die Angst ist groß, dass dieses Schmelzwasser, wie in der Vergangenheit schon öfter im Süden des Vulkans Straßen und Brücken überspült.

Größerer Ausbruch bisher alle 150 bis 200 Jahre

Grimsvötn ist Islands aktivster Vulkan und davon gibt es einige auf der Insel.
Grimsvötn ist Islands aktivster Vulkan und davon gibt es einige auf der Insel. © DPA

Grímsvötn ist Islands aktivster Vulkan und ist in den vergangenen 800 Jahren 65 Mal ausgebrochen. Die zeitlichen Abstände sind unterschiedlich und verfolgen keine Regelmäßigkeit. Vor der größeren Eruption von 2011 geschah dies in den Jahren 2004, 1998 und 1983 mit kleineren Ausbrüchen im Abstand von vier bis 15 Jahren. Größere Ausbrüche kommen alle 150 bis 200 Jahre einmal vor. (2011, 1873, 1619).

Es gibt einige Anzeichen, dass der Vulkan kurz vor einem Ausbruch steht. Neben dem steigenden Schmelzwassersee, hat sich Magma unterirdisch durch Kanäle ausgebreitet und Grimsvötn aufgebläht. Die zunehmende thermische Aktivität hat mehr Eis schmelzen lassen und außerdem hat auch die Erdbebenaktivität zugenommen. Die Anzeichen verdichten sich also, dass der Vulkan in näherer Zukunft ausbricht. Basierend auf den zuvor gesammelten Daten müsste ein kleinerer Ausbruch anstehen.

Das Hoffen auf nur einen kleinen Asubruch

Ein Flugreisender schaut am Mttwoch Morgen (25.05.2011) im Bremer Flughafen zur Anzeigetafel. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen. Weil die Asche des isländischen Vulkans Grímsvötn nun auch Deutschland erreicht hat, müssen viele Flieger im Norden am B
Isländische Vulkanasche sorgte 2011 für etliche Flugverbote. © dpa, Michael Bahlo

Die kleineren Grímsvötn-Eruptionen verbrauchen viel Energie, wenn sie an der Oberfläche mit Wasser des subglazialen Sees und dem Eis interagieren. Das heißt, die entstehende Asche wird nass und klebrig und fällt so relativ schnell vom Himmel. Die Aschewolken bleiben in unmittelbarer Nähe der Eruptionsstelle entfernt. Dies wäre nicht nur für die Isländer das möglichst-beste Szenario, sondern auch für die Flugbehörden. Doch bleibt es weiterhin spannend rund um Vulkan Grimsvötn.