Interlagos: Geliebter Feind

Interlagos: Geliebter Feind
© XPBCC, xpb.cc

Seit 1973 hat der Große Preis von Brasilien in Sao Paulo seinen regel- mäßigen Platz im Kalender. Die Rennstrecke liegt im Stadtteil Interlagos und zählt zu den anspruchsvollsten Strecken der Formel 1. Benannt ist das Autodromo Jose Carlos Pace nach einem brasilianischen Rennfahrer, der 1975 seinen einzigen Grand-Prix-Sieg in der Heimat feierte. Zwei Jahre später starb er bei einem Flugzeugabsturz.

71 Mal umrunden die Fahrer den 4,309 Kilometer langen Kurs, der Vollgasanteil beträgt etwa 61%. Bei den Piloten wird das Autodromo nur 'Buckelpiste' genannt, da sie so viele Bodenwellen hat. Es ist eine wahre Tortur, hier zu fahren, dennoch mögen die meisten Piloten diese Strecke. Sie ist eine "Fahrerstrecke" und trennt die Spreu vom Weizen. Der Kurs wird links herum gefahren, was die Nackenmuskulatur der Fahrer zusätzlich belastet. Und oft herrschen in den Cockpits der Autos bis zu 50 Grad Celcius.

Härtetest für den Unterboden

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Beim Set-up muss ein Kompromiss zwischen dem engen Infield und der langen Zielgeraden gefunden werden. Zudem bietet die Strecke extrem wenig Haftung. Daher entscheiden sich die meisten Teams dafür, mit relativ viel Flügel zu fahren, um den Grip zu verbessern. Der Unterboden wird auf der brasilianischen Buckelpiste sehr strapaziert: Vor allem auf der Start-Ziel-Geraden setzen die Boliden häufig auf.

Benzinverbrauch und Bremsenverschleiß sind hier als niedrig einzustufen, da nicht besonders häufig und stark beschleunigt bzw. stark abgebremst wird. Der Reifenverschleiß ist eher niedrig, daher sind die Reifenmischungen je nach Strategie (ein oder zwei Stopps) "mittel" oder "weich".