In großen Teilen der österreichischen Alpen erhebliche Lawinengefahr

In großen Teilen der österreichischen Alpen erhebliche Lawinengefahr
© picture-alliance/ dpa, MaxPPP CHANDELIER

Lawinenwarnung für Österreich

Derzeit herrscht in großen Teilen der österreichischen Alpen erhebliche Lawinengefahr. Insbesondere in Tirol, dem gesamten Tauerngebiet, Teilen Oberösterreichs sowie der Steiermark, in Vorarlberg, großen Teilen Kärntens und Niederösterreichs wird vor frischen Triebschneeansammlungen gewarnt.

Kärnten: In höheren Lagen weiterhin erhebliche Lawinengefahr durch störanfällige Treibschneepakete.

Gefahrenbeurteilung - Mit der Setzung der Schneedecke ist ein leichter Rückgang der Lawinengefahr zu verzeichnen. In den Kärntner Gebirgsgruppen sind unverändert zwei typische Lawinensituationen vorherrschend, das Triebschneeproblem, welches vermehrt in den schneereicheren nördlichen Gebirgsgruppen anzutreffen ist und das Altschneeproblem in den schneeärmeren restlichen Kärntner Gebirgsgruppen. Durch einsetzenden Schneefall und auflebendem Wind wird die Lawinengefahr im Tagesverlauf wieder etwas ansteigen. In tiefen Lagen wird die Lawinengefahr, auf Grund der dünnen und lückenhaften Schneedecke weiterhin mit Gering (1) beurteilt.

Niederösterreich: Erhebliche Lawinengefahr durch Triebschnee und ungünstigen Schneedeckenaufbau.

Gefahrenbeurteilung - In den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberg-Gebiet herrscht weiterhin erhebliche, in den übrigen Gebieten mäßige bis geringe Lawinengefahr. Zu den weiter bestehenden und heute Nacht durch starken Wind neu entstandenen Problembereichen durch Triebschnee (Rinnen, Mulden und hinter Geländekanten), kommt heute eine frisch eingeschneite Reifschicht. Gefahrenstellen sind daher in allen Expositionen und bis in mittlere Lagen und Waldbereiche zu finden. Die Auslösung von Schneebrettern durch geringe Zusatzbelastung (einzelner Tourengeher) ist an vielen Steilhängen möglich. Unternehmungen im freien Skiraum erfordern heute defensives Verhalten und beträchtliche Erfahrung bei der Einschätzung der lokalen Verhältnisse!

Oberösterreich: Etwas Neuschnee, über Nacht kurzeitig starker bis stürmischer Wind um Süd und überdeckter Triebschnee - weiterhin besteht erhebliche Schneebrettgefahr!

Gefahrenbeurteilung - Die Schneebrettgefahr wird ab den mittleren Höhenlagen über rund 1200 m Höhe weiterhin als erheblich eingestuft. Überwiegend starker Wind der vergangenen Tage hat auch bis unter die Waldgrenze umfangreiche störanfällige ältere Triebschneeablagerungen gebildet, die nun vom Neuschnee überdeckt sind. Die Anzahl der Gefahrenstellen nimmt mit der Höhe zu. In verfüllten steilen Mulden und Rinnen fast aller Expositionen sowie in kammnahen eingefrachteten Steilhängen ist eine Auslösung von Schneebrettlawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung noch möglich. Für Skitouren ist Erfahrung in der Lawinenbeurteilung erforderlich. Aus verfüllten und schneereichen Steilhängen kann es zu einzelnen spontanen Abgängen von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen kommen.

Salzburg: Aufpassen heißt es weiterhin auf den Triebschnee!

Gefahrenbeurteilung - Die Hauptgefahr geht weiterhin von störanfälligem Triebschnee aus, der vor allem in den Sektoren Nord über Ost bis Süd anzutreffen ist. Meist reicht schon eine geringe Zusatzbelastung aus um die Umlagerungen anzusprechen. Heute kommen wieder einige Zentimeter Neuschnee bzw. durch den Süd- bis Westwind frischer Triebschnee dazu. Die Anzahl der Gefahrenstellen nimmt mit der Höhe zu. Spannungslosen Pulver gibt es nur in tieferen, windgeschützten Lagen. Einzelne Lockerschneerutsche sind möglich!

Steiermark: Triebschneesituation - erhebliche Lawinengefahr - heikle Tourenbedingungen!

In den Niederen Tauern und in den Nordalpen wird die Lawinensituation mit erheblich, in den Gurk- und Seetaleralpen mit mäßig und sonst mit gering beurteilt. Mit Neuschnee und Wind wurden die Gefahrenstellen im Gelände mehr. Betroffen sind alle Expositionen in allen Höhenlagen. Auch im Waldbereich hat der Wind Triebschnee hinterlassen. Die Triebschneemächtigkeiten sollten nicht unterschätzt werden! Wummgeräusche sind als Gefahrenzeichen zu werten! Mit der Zunahme der Neuschneemächtigkeit steigt die Abgangsbereitschaft von spontanen Schneebrettern und Lockerschneelawinen an. Im Tourenbereich reicht.

Vorarlberg: mit Neu- und Triebschnee in höheren Lagen verbreitet erhebliche Lawinengefahr.

Es besteht überwiegend erhebliche Lawinengefahr. Oberhalb etwa 1600 m geht die Hauptgefahr vom Neu- und störanfälligem Triebschnee aus. Gefahrenstellen finden sich an Triebschneehängen aller Expositionen sowie in Rinnen und Mulden. Frische und ältere, überdeckte Einwehungen sind zum Teil schlecht erkennbar. Schneebrettauslösungen sind bereits durch einzelne Wintersportler möglich. Die Auslösebereitschaft der Neu- und Triebschneeschicht wird im Tagesverlauf durch die Zusatzbelastung in Form des Neuschnees begünstigt. Aktivitäten abseits gesicherter Pisten erfordern Erfahrung in der Lawinenbeurteilung. Aus sehr steilen Geländeabschnitten und eingewehten Hangzonen sind auch in tieferen Lagen kleine bis mittlere spontane Schneebrett- und Lockerschneelawinen möglich. Exponierte Verkehrswege können dadurch gefährdet sein.

Tirol: Unverändert für den Wintersportler heikle Lawinensituation, vermehrt oberhalb der Waldgrenze.

Mit neuerlichem Schneefall samt stürmischem Wind herrscht in den neuschneereicheren Regionen im Norden des Landes eine für den Wintersportler heikle Lawinensituation. Die Gefahr muss dort zumindest oberhalb der Waldgrenze mit einer kritischen Stufe 3 eingestuft werden und kann bei sehr intensiven Niederschlägen im Arlberggebiet und Außerfern mitunter auch die Stufe groß erreichen. Wir erwarten heute - ähnlich wie gestern - aus windabgewandten, sehr steilen Hängen spontane, meist kleine Lawinenabgänge. Die Auslösewahrscheinlichkeit nimmt dabei auch aufgrund der im Tagesverlauf steigenden Temperaturen etwas zu. In tieferen Lagen ist auch mit Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen zu achten.

Weiter im Süden des Landes, dort wo es während der vergangenen Tage weniger geschneit hat, muss neben frischem Triebschnee zusätzlich auch störanfälligen Altschnee geachtet werden. Dieser kann insbesondere an Übergangsbereichen von wenig zu viel Schnee mitunter noch durch geringe Belastung gestört werden.

Quelle: lawinen.at

Die europäischen Lawinenwarnstufen

1 (gering)

Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind keine Lawinen (sog. Rutsche) zu erwarten. Allgemein sichere Verhältnisse.

2 (mäßig)

Eine Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Größere Lawinen sind nicht zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt, außer an einigen Steilhängen. Vorsichtige Routenwahl bei den angegebenen Steilhängen und Hangexpositionen.

3 (erheblich)

Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig. Angegebene Steilhänge und Hangexpositionen möglichst meiden.

4 (groß)

Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen möglich. An vielen Steilhängen ist die Schneedecke nur schwach gefestigt. Bei der Routenwahl Beschränkung auf mässig steiles Gelände sowie Beachtung der Lawinenauslaufgebiete. Viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig.

5 (sehr groß)

Spontan sind zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Bei dieser Warnstufe ist in Skigebieten somit kein sicherer Betrieb mehr möglich. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und instabil. Verzicht auf Touren ist empfohlen.