Lauterbach fordert neue Impfstrategie

Immunologe Professor Dr. Timo Ulrichs: Impfabstände dringend einhalten!

Der Abstand zur zweiten Impfung soll verlänget werde
Lauterbach fordert neue Impfstrategie © imago images/Political-Moments, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Forderungen nach vielen kurzfristigen Erstimpfungen

Der Kampf gegen das Coronavirus bestimmt unseren Alltag. Da die Inzidenzwerte mehr und mehr Besorgnis auslösen, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen Kurswechsel in der Corona-Impfstrategie. Er plädiert für viele Erstimpfungen. Da es noch an Impfstoff fehlt, solle dafür der Abstand zur Zweitimpfung bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna von sechs auf zwölf Wochen verlängert werden. Lauterbachs Vorschlag stößt auf Kritik. Professor Dr. Timo Ulrichs hält das Vergrößern von Impfabständen für keine gute Idee.

Immunologe rät: Impfabstände besser einhalten

Der Immunologe Professor Dr. Timo Ulrichs sieht Lauterbachs Vorstoß, die Abstände zwischen erster und zweiter Impfung zu verlängern, kritisch. Im Interview mit RTL sagte er dazu: „Da sollte man lieber den Impfabstand einhalten, wie er sich in den klinischen Studien als bewährt herausgestellt hat. Nämlich diese drei Wochen.“ Die Impfabstände sollten keinesfalls ausgedehnt werden, denn zur Wirksamkeit bei einem vergrößerten Impfabstand gibt es keine Daten. Diese Überlegungen seien laut Ulrichs zudem auch nicht mehr nötig, da bald genügend Impfstoff zur Verfügung stände. Daher müsste der Impfstoff auf diese Art und Weise nicht mehr „gestreckt werden“.

Wie schützen Erst- und Zweitimpfung?

Aber Ulrichs bestätigt auch, dass die Erstimpfung schon einen guten Schutz bringt: „Die erste Impfung schützt kurzfristig schon vor Erkrankung, das hat sich herausgestellt in vielen zufälligen Ergebnissen. Nämlich in Altersheimen, wo das schon eingesetzt wurde und da noch mal das Virus kam.“ Dennoch schützt die erste Impfung nicht komplett vor einer Infektion. Das heißt, das Virus könnte trotz Impfung noch weitergegeben werden, was sich nunmal durch die zweite Impfung vermeiden ließe. Deshalb ist er dafür, viele Menschen mit erster und zweiter Impfung durchzuimpfen und nicht nur viele Erstimpfungen zu verteilen. Mit beiden Impfungen wäre das Risiko nicht mehr hoch als Virusträger zu fungieren.

Impfempfehlung der STIKO

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 1. April ihre Impfempfehlungen aktualisiert: „Die Gabe der 2. Impfstoffdosis soll für die mRNA-Impfstoffe nach 6 Wochen und für den AstraZeneca-Impfstoff nach 12 Wochen erfolgen, da dadurch sowohl eine sehr gute individuelle Schutzwirkung als auch ein größerer Effekt der Impfung auf Bevölkerungsebene zu erzielen ist.“ Somit wurde der Impfabstand der mRNA-Impstoffe verlängert. Zuvor wurden die mRNA-Impfstoffe im Abstand von drei bis maximal sechs Wochen verabreicht.


+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++