Immer wieder schwere Unwetter mit fatalen Folgen

Wassermassen mit Zerstörungskraft

Der Westen und Süden Deutschlands sind gerade fest in der Hand von heftigen Gewitterzellen mit extrem starken Dauerregen. Da bröckeln sogar Bauwerke. In einer Brauerei in Ludwigshafen ist der Blitz eingeschlagen und der Turm droht jetzt einzustürzen. In Essen haben die Wassermassen einen 40 Kilo schweren Gullideckel beiseite gedrückt und den Abfluss in einen Springbrunnen verwandelt. In Hessen standen die Bewohner des kleinen Örtchens Battenhausen in Badeschlappen knöcheltief im Hagel. In nur 15 Minuten hatte sich Battenhausen in eine Winterlandschaft verwandelt. Und das mitten im Sommer.

Wassermangel im Norden und Osten

Ganz andere Sorgen hat man im Norden und Osten Deutschlands. In Sachsen-Anhalt sprechen die Menschen sogar von einer Dürre. Gerade mal 87 Zentimeter ist die Elbe bei Magdeburg noch tief. Normalerweise liegt der Pegel bei über zwei Metern zu dieser Jahreszeit. Und diese Zweiteilung des Wetters bleibt noch über das Wochenende hinaus bestehen.

Die Unwetterschäden am Donnertag

Im Südwesten, in Hessen und Nordrhein-Westfalen hatten am Donnerstagabend heftige Unwetter gewütet. In der Nacht zum Freitag klangen die Gewitter ab. Mehrere Menschen wurden verletzt, Straßen wurden überflutet und Flüge abgesagt.

Am Stuttgarter Flughafen war am Donnerstagabend wegen des Unwetters über Stunden die Abfertigung eingestellt. Ein Mitarbeiter des Airports war am Donnerstag auf dem Flughafengelände unterwegs, als ein Blitz in seiner Umgebung einschlug. Dadurch habe der 35-Jährige einen Stromschlag bekommen. Er kam vorsorglich zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Es gehe ihm gut, sagte eine Flughafen-Sprecherin am Freitag. (Zuvor hatte es geheißen, der Mann habe in einem Fahrzeug gesessen, als der Blitz einschlug.)

"Innerhalb von kürzester Zeit waren in Stuttgart Straßen, Keller und Unterführungen überflutet", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart am Freitagmorgen. Auch in Reutlingen, Esslingen und Mannheim war die Feuerwehr am Donnerstagabend zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Keller liefen voll, Straßen waren überflutet. Auf der Autobahn 81 bei Ludwigsburg gab es mehrere Unfälle nach Aquaplaning.

Hessen: Klinik musste evakuiert werden

In Hessen traf es vor allem das Rhein-Main-Gebiet. Am Frankfurter Flughafen konnten am Abend zeitweise keine Flugzeuge mehr starten und landen. Rund 180 Flüge aus. In einem Frankfurter Krankenhaus legte ein vom Starkregen ausgelöster Stromausfall den Betrieb größtenteils lahm. Große Teile der Klinik mussten evakuiert werden. In Südhessen verursachte der Starkregen einen Verkehrsunfall mit zwei Leichtverletzten.

NRW: Feuer durch Blitzeinschläge

In Nordrhein-Westfalen waren vor allem das Sauerland, das Ruhrgebiet und das Rheinland betroffen. In Plettenberg im Nordwesten des Sauerlandes führte Starkregen zu Ausfällen von Ampelanlagen, vollgelaufenen Kellern und hochgedrückten Gullydeckeln. "Die Lage hatte sich zum Abend wieder beruhigt", sagte eine Polizeisprecherin am frühen Freitagmorgen.

In Bonn brannten zwei Dachstühle nach Blitzeinschlägen, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzte gab es nicht. Die Einsatzkräfte hatten zudem mit vollgelaufenen Kellern und durch Blitzschläge verursachten Baumbränden zu kämpfen.

Weitere Schäden in Bayern und Rheinland-Pfalz

Auch in Bayern kam es zu Überflutungen, vor allem in Oberbayern und Oberfranken sowie München. In Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz hatten die Feuerwehren ebenfalls mit gefluteten Kellern und Straßen zu kämpfen. Außerdem gab es dort einen Erdrutsch.

Die Gewitter über Deutschland halten weiter an. Die aktuellen Unwetterwarnungen finden Sie hier.