Katastrophenfall ausgerufen

Im Video: 65 Wanderer nach Unwetter in Grainau mit Hubschraubern gerettet

Eine Gruppe Wanderer musste mit Hubschraubern von der Höllentalangerhütte bei Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerettet werden. Die Unwetter der vergangenen Nacht hatten die Wanderwege der Höllentalklamm unpassierbar gemacht und 65 Personen festgesetzt. Für die Rettung wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Die Freiwillige Feuerwehr warnte auch vor Lebensgefahr auf den Wegen zur Höllentalklamm. Die Wege seien nicht begehbar und gesperrt. Auch in Grainau selbst richteten die Unwetter große Schäden an.

Rettung per Helikopter

Der Hammersbach hatte sich durch die Unwetter in einen reissenden Fluss verwandelt.
Der Hammersbach hatte sich durch die Unwetter in einen reissenden Fluss verwandelt.

Nach dem schweren Unwetter am Wochenende haben Hubschrauber im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 65 Wanderer zurück ins Tal gebracht. Landrat Anton Speer rief am Sonntag den Katastrophenfall aus. Laut Mitteilung sitzen Wanderer auf der Höllentalangerhütte fest und können wegen beschädigter Brücken nicht zu Fuß ins Tal zurück. Sie werden mit Hubschraubern ausgeflogen. Der Hammersbach entwickelte sich in der Nacht zu einem reißenden Fluss und machte alle Wege unpassierbar. Verletzte gibt es einem Sprecher der Bergwacht zufolge aber nicht. Die Wanderer hätten auf der Hütte übernachtet. In der Nacht waren bereits gut 200 Bewohner der Gemeinde Grainau vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, nachdem ein Bach über die Ufer getreten und eine Mure abgegangen war.

Ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Grainau berichtete: „Das Unwetter hat jedoch alle Zugangswege zur Hütte zerstört oder beschädigt. Um die Personen, welche soweit alle unverletzt und sicher sind auszufliegen, wurden aktuell drei Hubschrauber der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie der Bundespolizei angefordert.“

Schäden an Häusern und Evakuierungen

Mit Überschwemmungen und Schäden an ihren Häusern kämpfen die Bewohner des Dorfes Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen schon seit der vergangenen Nacht. Mehrere Häuser sind wegen eines über die Ufer getretenen Bachs von der Feuerwehr evakuiert worden. Rund 200 Menschen eines Ortsteils in der Gemeinde Grainau seien von der Maßnahme in der Nacht zu Sonntag betroffen gewesen, teilte die Polizei mit. Der im Tal fließende Hammersbach war nach Angaben der Integrierten Leitstelle Oberland infolge der starken Regenfälle und der von den Bergen kommenden Wassermassen über die Ufer getreten. In der Nähe sei auch eine Mure abgegangen. Verletzt wurde dabei niemand. Knapp 100 Einsatzkräfte waren vor Ort.