Igelhaus bauen: So überwintern Igel im Garten

Im Garten haben es die Stacheltiere am besten

Sie sind klein und meist allein, die kleinen Igel-Babys wirken so hilfsbedürftig, dass man sie am liebsten alle mit ins Wohnzimmer nehmen würde. Doch Jungigel dürfen nur in Ausnahmefällen aufgenommen werden und dann gibt es einiges zu beachten. Am besten ist die Vorsorge mit naturnahen Gärten und kleinen Gaben für die Stacheltiere im Freien.

Die beste Igelhilfe ist ein naturnaher und artenreicher Garten mit heimischen Bäumen, Sträuchern und Stauden. Dort finden die Stacheltiere genügend Käfer, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Schon eine verwilderte Ecke kann ausreichen, einen kleinen Lebensraum für Igel zu schaffen. "Vor allem Laub-, Reisig- und Totholzhaufen bieten ihm willkommenen Unterschlupf", empfiehlt der Naturschutzbund Nabu.

Ausreichend Laub ist überlebenswichtig. Sehr gut bewährt hat sich die sogenannte Igelburg aus Holz, die mit etwas handwerklichem Geschick leicht selbst gebaut werden kann. An einer trockenen, geschützten Stelle im Garten aufgestellt und mit trockenem Reisig und Laub überdeckt, bietet sie dem Igel ein wunderbares Winterquartier, und im Frühjahr können darin die Jungigel das Licht der Welt erblicken.

Milch für Igel geht gar nicht

Igel sollen wirklich nur dann eingesammelt werden, wenn sie auch im Winter noch keinen passenden Unterschlupf gefunden haben oder verletzt sind. Sie sollten dann mit Trinkwasser und Rührei oder Katzenfeuchtfutter versorgt werden. Der eigene Keller ist auf jeden Fall der falsche Platz für Igelkinder. Dann sollte möglichst bald ein Tierheim oder eine Igelstation aufgesucht werden. Auf keinen Fall sollten aber Speisereste oder Obst gefüttert werden, auch Milch vertragen Igel gar nicht.

Die Experten warnen: "Der Igel ist kein Haustier und sollte im Herbst nicht zur Überwinterung ins Haus geholt werden". Auch kleinere Jungigel haben im Winter im Freiland wesentlich bessere Überlebenschancen als allgemein angenommen wird." Junge Igel können im Herbst bis zu 50 Gramm am Tag zunehmen. Da der Winterschlaf bei unseren milden Wintern relativ kurz ist, ist auch das Überwinterungsgewicht nicht von so großer Bedeutung.

Was kaum einer weiß: Der Igel gehört zu den geschützten Tierarten, die weder gefangen noch getötet werden dürften. Das Bundesnaturschutzgesetz beschränkt eine Entnahme auf absolute Ausnahmen: "Ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen, hierbei ist in jedem Fall ein Tierarzt einzuschalten."

Quelle: dpa