Husten- und Halsbonbons: Welche helfen wirklich?

Hustenbonbons und hustende Frau
Husten und Halsweh: Wann welches Bonbon lutschen? © iStockphoto

Qual der Wahl vorm Bonbon-Regal

Die Saison ist eröffnet und die Auswahl riesig: In Drogerien und Apotheken kann einen die Menge an bunten Tüten mit Bonbons und Pastillen gegen Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit schon mal überfordern. Geht man da einfach nach Geschmack, oder gibt es tatsächlich Produkte, die besser wirken als andere? Wann sollte man was lutschen? Dr. Heinz-Wilhelm Esser, Oberarzt für Innere Medizin und Pneumologie am Sana-Klinikum Remscheid, klärt auf.

Husten- und Halsbonbons: Nicht das Gleiche

„Wer starke Halsschmerzen hat, braucht die typischen Lutschpastillen, die auch einen schmerzmildernen Wirkstoff beinhalten“, erklärt Dr. Esser. Produkte speziell für Entzündungen in Hals und Rachen enthalten oft antiseptische Substanzen wie Cetylpyridiniumchlorid oder Amylmetacresol. Hustenbonbons haben hingegen eine andere Aufgabe: „Sie dienen dazu, die Bronchialmuskulatur bei trockenem Reizhusten zu entspannen und das Abhusten zu erleichtern. Im besten Fall soll es gar nicht erst zum Hustenreiz kommen.“

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Lakritz, Pfefferminz, Eukalyptus - oder Kaugummi

„Die gute Nachricht: Man kann jedes Bonbon nehmen. Im Grunde funktionieren sogar Kaugummis. Der Grund: Durch das Kauen wird der Fluss des Speichels angeregt, der legt sich auf die gereizten Schleimhäute.“ Dieser Effekt lässt sich durch bestimmte Zutaten aber noch verstärken, weiß Dr. Esser: „Substanzen wie ätherische Öle, etwa aus Thymian oder Eukalyptus, sorgen dafür, dass der Schleim noch besser abgehustet wird.“

Auch Lakritzbonbons können helfen: „Sie enthalten Süßholz und damit Glycyrrhizin, das ebenfalls das Abhusten unterstützt und beruhigend wirkt. Außerdem sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken.“ Aber Vorsicht – bei Lakritze gilt: Nicht mehr als 15 Milligramm pro Tag, denn „bei Risikogruppen kann es den Blutdruck erhören, und Schwangere sollten generell davon Abstand nehmen.“

Sind normale Pfefferminzbonbons zu scharf bei Husten? Das kommt auf die eigenen Vorlieben an: „Da ist Menthol drin, das eine kühlende Wirkung hat. Viele Menschen empfinden das auf den gereizten Schleimhäuten eher als angenehm.“

Helfen Vitamin-Bonbons bei Erkältung?

Von Produkten mit zugesetztem Vitamin C hält Dr. Esser nicht viel: „Das ist Quatsch. Diverse Studien haben gezeigt, dass diese Extraportion Vitamin C das Immunsystem nicht verbessert und auch nicht vor Erkältungen schützt.“

Einen Geheimtipp gegen Husten gibt es allerdings noch: Schokolade! „Das zähflüssige Sekret, das sich beim langsamen Lutschen bildet, ist auf den Schleimhäuten sehr angenehm. Außerdem enthält Schokolade Theobromin, das unheimlich gut gegen den Hustenreiz wirken soll. Aber dann bitte nur ein Stück – das ist kein Freifahrtschein für die komplette Tafel!“

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