Hurrikan "Florence" schlägt zu: Wassermassen fluten den Südosten der USA

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Hurrikan "Florence" schlägt zu Millionen Menschen in Angst vor Wassermassen 01:49

"Florence" bringt Sturmfluten und enorme Regenmengen

Es regnet wie aus Eimern, der Sturm peitscht das Wasser durch die Straßen: Wirbelsturm "Florence" hat Teile der Atlantikküste in North und South Carolina in eine Wasserlandschaft verwandelt. Mittlerweile hat sich "Florence" zwar zu einem tropischen Sturm (Mittelwinde um 95 km/h, in Böen mehr) abgeschwächt. Allerdings ist der Sturm nur sehr langsam unterwegs und lässt den Küstenabschnitt am Atlantik nicht aus seinem Würgegriff.

Der Gouverneur von North Carolina: "Dieser Sturm ist tödlich."

Wirbelsturm "Florence" schüttet, begleitet von heftigem Wind, historische Wassermengen über die Bundesstaaten North Carolina und South Carolina. Trotz der Rückstufung zu einem Tropensturm bleibt "Florence" extrem gefährlich, denn er bewegt sich nur sehr langsam voran. "Florence" besitzt derzeit eine Zuggeschwindigkeit von etwa 7 km/h. Die Geschwindigkeit ist zu vergleichen mit schnellem Gehen. Ein Jogger besitzt zum Vergleich eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 13,4 km/h. Durch die sehr langsame Verlagerung des Sturms kommt es immer wieder zu ergiebigen Regenfällen in den betroffenen Regionen.

"Wir wissen, dass es noch Tage weitergehen wird", so der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper. Per Erlass ordnete er an, dass Betroffene leichter als bisher an Übergangswohnungen kommen. "Tatsache ist: Dieser Sturm ist tödlich." Bis zum späten Freitagabend (Ortszeit) starben mindestens fünf Menschen durch "Florence" oder seine Folgen.

"Florence": Die Lage bleibt prekär Carsten Lueb in Wilmington/North Carolina 01:15

Mindestens 5 Tote durch "Florence"

Als es am Freitagmorgen hell wurde, standen in mehreren Orten in North Carolina an der Südostküste der USA Straßen unter Wasser. In mehreren hunderttausend Haushalten war der Strom ausgefallen, Häuser wurden zerstört. Um 7.15 Uhr traf das Auge des Sturms nahe Wrightsville Beach auf Land, mit 150 km/h. In Wilmington stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Eine Frau und ihr Kleinkind starben. Der Vater des Kindes wurde mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, teilte die örtliche Polizei mit. US-Medien berichteten von weiteren Toten. Ein Mann wurde demnach getötet, als er einen Generator anschließen wollte. Eine Frau starb an einem Herzinfarkt. Ein 77-Jähriger in Kinston wurde vom Sturm schlicht umgeblasen - er starb durch den Sturz.

Zu den Orten, die mit am schlimmsten mit den Folgen des Sturms zu kämpfen haben, zählt die kleine Stadt New Bern nördlich von Wilmington. Dort tritt der Neuse River über die Ufer. 

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Monster-Sturm trifft auf US-Küste "Florence" bleibt extrem gefährlich 02:20

Es drohen "katastrophale Sturzfluten"

"Florences" langsamer Weg ins Landesinnere werde "katastrophale Sturzfluten" auslösen, warnten Meteorologen auf "weather.com". In North Carolina habe es bereits lebensbedrohliche Sturmfluten gegeben.

Nicht die Windstärke sei die extreme Gefahr durch "Florence", sondern die große Menge an Niederschlägen. Flüsse erreichten Rekord-Pegelstände und traten über die Ufer. Straßen wurden durch die Wassermassen überspült. Sturmfluten drücken mehr und mehr Wasser ins Landesinnere, was ebenfalls zu großflächigen Überschwemmungen beitrage, erklärte Ken Graham, Chef des Hurrikanzentrums.

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So gewaltig sind die Regenmassen von "Florence" RTL-Wetterexperte Bernd Fuchs erklärt 00:23

Überflutungen könnten fünf Millionen Menschen betreffen

Die Behörden hatten vorsorglich mehr als eine Million Menschen entlang der Küste aufgerufen, sich vor dem Hurrikan in Sicherheit zu bringen und landeinwärts Schutz zu suchen - bei Freunden, Verwandten, in Hotels oder Notunterkünften. Nicht alle folgten aber den Aufrufen. 

Insgesamt fünf Millionen Menschen könnten nach Berechnungen der Behörden in einem riesigen Einzugsgebiet im Südosten der USA von Überschwemmungen betroffen sein. Sturmfluten, die vom Ozean in die Flüsse und damit ins Hinterland drängen sowie ergiebiger Regen könnten gemeinsam große zerstörerische Kraft entfalten.