Auf dem Atlantik ist die Hölle los

Hurrikan-Alarm in den USA: Sally zwingt Bundesstaaten in den Notstand

Historische Regenmassen durch Sally

Die Atlantische Hurrikansaison ist ein Novum. Noch nie hat es bis zum 15.September so viele benannte Sturmsysteme gegeben wie in diesem Jahr. Selbst die Rekordsaison 2005 mit Hurrikan „Katrina“ oder „Wilma“ hinkt da in Sachen Anzahl der Stürme weit hinterher. So ist die alphabetische Namensvergabe jetzt mit „Vicky“ schon beim Buchstaben V angekommen. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 wurde der Buchstabe V für den Sturm „Vince“ erst am 8.Oktober vergeben. Damals brachte es die Hurrikansaison 2005 dann insgesamt auf 28 benannte Stürme. Dieses Jahr könnte nochmals deutlich intensiver werden.

Oben im Video: Auf dem Atlantik ist die Hölle los - Alle Stürme im Überblick

Und derzeit wütet „Sally“ an der Südküste von Amerika. Hier werden historische Regenfälle von bis zu 750 Liter pro Quadratmeter erwartet.

Hintergrund-Infos:

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Viele Fischstürme, aktuell bedroht „Sally“ die US-Küste

Dass der karibische Raum und die USA in diesem Jahr noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen sind, ist dem Umstand geschuldet, dass ein Gros der Stürme über dem Atlantik blieben. Es handelte sich also um die sogenannten Fischstürme, die weitergehend ohne Landkontakt bleiben. Und auch derzeit wirbeln gleich drei Systeme über dem offenen Wasser und weitere Stürme dürften sich in nächster Zeit entwickeln. Gleichzeitig trifft aber Hurrikan „Sally“ auf die US-Südküste. Mit sintflutartigem Regen in den Regionen rund um New Orleans.

This satellite photo provided by the National Oceanic and Atmospheric Administration shows Tropical Storm Sally, Sunday, Sept. 13, 2020, at 2050 GMT. Sally churned northward on Sunday, poised to turn into a hurricane and send a life-threatening storm
Tropensturm "Sally" zieht auf die US-Südküste und New Orleans zu. © AP

„Sally“ mit Landfall bei New Orleans

Es wird mal wieder heftig in den Gebiete rund um New Orleans. Zum wiederholten Male in diesem Jahr blicken die Menschen auf den Golf von Mexico und hoffen, dass es nicht so schlimm wird. In Sachen Sturm mag das vielleicht so sein. Denn derzeit ist „Sally” ein Hurrikan der untersten Kategorie 1 (von 5). Allerdings bedeutet das immer noch mittlere Windgeschwindigkeiten von 140 km/h mit stärkere Böen. Für unsere Breiten wären wir damit also schon mal in einem Bereich, der in bewohnten Gebieten verheerende Ausmaße hätte. Noch schlimmer könnten jedoch die Folgen der Wassermassen werden.

Die Wassermassen sind enorm: Überschwemmungen, Erdrutsche und Tornado-Alarm

Sally ist um 03 Uhr UTC nur noch 105 Kilometer von Mobile/Alabama entfernt gewesen und trifft in den nächsten Stunden mit Mittelwinden um 140 km/h und höheren Böen auf Land. Das ist Hurrikan Kategorie 1 (von 5).

Die Behörden sprechen allerdings von historischen Regenfällen und daraus resultierenden Überflutungen. Hier die zu erwartenden Regenmengen. Häufig sind es rund 500 Liter Regen pro Quadratmeter, lokal sind bis zu 750 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Das wiederum ist etwa der Jahresniederschlag(!!) von Köln. Darüber hinaus drohen eine meterhohe Sturmflut sowie einzelne Tornados. Diese können sich im Umfeld des Sturms bilden

City of New Orleans worker Louis Marrero boards up businesses in the French Quarter as the city braces for the arrival of Tropical Storm Sally in New Orleans, Louisiana, U.S., September 14, 2020.  REUTERS/Kathleen Flynn
New Orleans bereitet sich auf die Ankunft von Hurrikan "Sally" vor. © REUTERS, KATHLEEN FLYNN, CP/MOS

Hurrikan "Sally" erzwingt den Notstand

Angesichts des heranziehenden Hurrikans „Sally“ ist für Teile der US-Südküste am Golf von Mexico der Notstand ausgerufen worden. Das erklärten die Gouverneure der Bundesstaaten Mississippi und Alabama.

Video: So entsteht ein Hurrikan

Die atlantische Hurrikansaison geht vom 01. Juni bis zum 30. November

Das Hurrikan-Jahr 2020 hat es in sich. Denn bereits vor dem offiziellen Start bildete sich ein Hurrikan. Am 16.05. kam Arthur und traf im weiteren Verlauf die Bahamas und Florida. Und auch die nachfolgenden Stürme gingen teilweise als die frühesten in der Saison in die Wettergeschichte ein. Zudem wütete Hurrikan „Laura“ an der US-Südküste.

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