Vierfach-Mutter gelähmt und fast gestorben - wegen einer Zecke!

Hirnhautentzündung und Borreliose durch Zeckenbiss

Was zunächst mit allgemeinem Unwohlbefinden am Morgen begann, entpuppte sich für die Vierfach-Mutter Ditte Ganzenbein zum Albtraum und kostete sie fast das Leben. An einem scheinbar ganz normalen Morgen im Sommer 2018 wacht Ditte auf – und kann sich nicht mehr rühren. Nicht sprechen, nicht bewegen, sie fühlt sich „wie gefangen im eigenen Körper“. Nur mit großem Glück wird die 37-Jährige, die in einem Dorf im Kanton Graubünden (Schweiz) lebt, durch Freunde und Familie ins Krankenhaus gebracht. Tage später wachte sie auf der Intensivstation auf mit Lähmungen, fehlendem Sprech- und Sehvermögen. Die Diagnose: FSME und Borreliose

„Mein Kopf hat so weh getan, er ist fast explodiert. Und mir ist so übel gewesen“, erinnert sich Ditte. Wochenlang übergibt sich die junge Mutter nur, kämpft zwischen Leben und Tod. Es folgen Monate in der Klinik und in Reha-Zentren. „Meine Perspektive war, dass ich behindert bleiben würde.“ Und das alles wegen eines unbemerkten Zeckenbisses. Im Video erzählt Ditte von den schrecklichsten und schmerzhaftesten Monaten in ihrem Leben, wie sie FSME und Borreliose überstanden hat und und wie es ihr heute geht. 

Borreliose: auf Wanderröte achten!

Zecken können Bakterien wie Borrelien und Viren wie das FSME-Virus übertragen. Die Borreliose ist - sofern sie nicht sofort - erkannt wird - nur schwer zu behandeln. Die Bakterienkrankheit Lyme-Borreliose tritt wesentlich häufiger auf als FSME. So können zehn bis 35 Prozent der Zecken mit Borellien befallen sein. Während FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in Deutschland nur in bestimmten Regionen vorkommt, ist bei der Borreliose von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen.

Einer der wichtigsten Hinweise bei einer Borreliose ist die so genannte Wanderröte. Nach der möglichst schnellen Entfernung der Zecke muss man deshalb die Stichstelle in den drauf folgenden Wochen auf Veränderungen überwachen: Bei einem roten Ring, der größer wird, Fieber und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen ein- bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen. Nicht selten treten Borreliose-Symptome nach Monaten durch Fieberschübe, starke Muskelschmerzen, Gesichtslähmungen bis hin zur Hirnhautentzündung auf.  Im chronischen Spätstadium ist mit Gelenkentzündungen und Hautausschlägen zu rechnen.

Impfung als Schutz vor FSME

Die FSME tritt - wie der Name schon sagt - von April bis Juni auf. Direkt nach dem Stich kann eine infizierte Zecke die FSME-Viren übertragen, da sich das Virus in den Speicheldrüsen der Zecke befindet. Infolge des Stichs entzünden sich Gehirn, Rückenmark und die Hirnhäute. Oftmals bleiben Dauerschäden am Nervensystem bestehen. 

Die Schweiz, in der Ditte Gantenbein lebt, gilt als Hochrisikogebiet für diese durch Zecken übertragenen Krankheiten. Im Urlaub muss eine Zecke Ditte Gantenbein unbemerkt infiziert haben. (Welche deutschen Regionen als FSME-Risikogebiete gelten, erklären wir hier). Wer in einem Risikogebiet lebt oder in einem Risikogebiet Urlaub machen möchte, sollte sich daher gegen FSME impfen lassen, das empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI). Ein verlässlicher Schutz besteht nach drei Teilimmunisierungen - davon werden die ersten beiden über ein bis drei Monate verteilt. Die dritte folgt nach weiteren neun bis zwölf Monaten. Diese Grundimmunisierung hält mindestens drei Jahre. Danach sollte man diese regelmäßig auffrischen lassen - je nach Alter alle drei bis fünf Jahre, rät das CRM. Ditte Gantenbein hat ihre vier Kinder jetzt impfen lassen. Damit ihre Kinder den Sommer unbeschwert genießen können – ohne einen solchen Albtraum erleben zu müssen wie ihre Mama. 

So beugen Sie einem Zeckenbiss vor

Zecken lassen sich von Menschen und Hunden beim Vorbeigehen von Grashalmen und Zweigen abstreifen. Sie bleiben an ihrem Wirt hängen und suchen eine geschützte Körperstelle, wo sie sich festsaugen können.

Das können Sie tun, um sich vor den gefährlichen kleinen Tieren zu schützen:

  • Tragen Sie Kleidung, die möglichst viel von Ihrem Körper bedeckt - idealerweise mit langen Ärmeln und Hosenbeinen.
  • Sprühen Sie Ihre Kleidung und besonders die freien Hautstellen mit Sprays gegen Zecken, sogenannten Repellents, ein. Aber Achtung: Diese Mittel wirken nur für kurze Zeit und müssen nach ein bis drei Stunden neu aufgetragen werden.
  • Meiden Sie hohes Gras und Wegränder: Zecken lassen sich nicht etwa von Bäumen fallen, sondern sitzen hauptsächlich in hohem Gras und Unterholz. Vermeiden Sie daher den näheren Kontakt.
  • Tragen Sie feste, geschlossene Schuhe und ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine, damit die Tiere nicht hineinkrabbeln können.
  • Suchen Sie nach jedem Aufenthalt in der Natur Ihren Körper und den Ihrer Kinder gründlich ab. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen - achten Sie deshalb besonders auf Arme, Kniekehlen, Hals, Kopf sowie den Intimbereich.