Mit dem Holzsammelschein geht's doch

Energiekosten hin oder her - Holz aus dem Wald mitnehmen ist verboten

von Claudia Träger

Holz aus dem Wald für den eigenen Kaminofen mitnehmen, um Heizkosten zu sparen, kann teuer werden. Grundsätzlich ist es nämlich verboten, Holz im Wald für den Eigenbedarf zu sammeln. Es gibt aber Ausnahmen, beispielsweise mit dem Holzsammelschein.

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Wem gehört das Holz im Wald?

Darf ich Holz aus dem Wald mitnehmen? Die klare Antwort ist: nein.
Verteilung der Waldfläche in Deutschland 2018: der größte Teil ist in Privatbesitz.

Die Wälder in Deutschland sind nicht Gemeinschaftseigentum, das uns allen gehört. Entweder sind sie in Privatbesitz, gehören einer Körperschaft, z.B. einer Gemeinde, oder sind staatliche Wälder von Land oder Bund. Und auch das Holz, das auf dem Boden liegt, gehört zum Wald.

Holz sammeln ohne Holzsammelschein

Hohe Strafen drohen bei Holzdiebstahl.
Dieser Ast bleibt hier! Auch Totholz kann man nicht einfach vom Wald mit nach Hause nehmen.

Wer in einem Wald eine größere Menge Holz einfach mitnimmt oder sogar dreist vom Stapel am Wegesrand auf den Transporter lädt, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 100.000 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Denn das ist Diebstahl. Wenn es sich nur um wenig Totholz handelt, das aufgelesen wird, wird laut bussgeld-info.de ein Bußgeld von 35 Euro fällig. Ein paar abgefallene Zweige einzusammeln, bleibt wahrscheinlich ohne Konsequenzen, selbst wenn man vom Waldbesitzer erwischt wird.

In manchen Bundesländern ist das Sammeln für den Eigenbedarf aber erlaubt. Das regeln die Bundesländer in ihren Landeswaldgesetzen oder Verordnungen. Manche verlangen hingegen einen Holzsammelschein. Das zuständige Forstamt oder die Gemeinde kann hierzu Auskunft geben.

In Privatwäldern ist grundsätzlich immer die Erlaubnis des Eigentümers erforderlich.

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Holz sammeln mit Holzsammelschein

Holz aus dem Wald mitnehmen, ist Diebstahl.
Die Holzstapel stehen hier nicht zur Selbstbedienung - dreiste Diebe stört das aber nicht.

Mit dem Holzsammelschein kann die behördliche Genehmigung erworben werden, eine festgelegte Menge Totholz in einem bestimmten Gebiet zu sammeln. Bäume fällen, Äste absägen oder sich an Holzstapeln zu bedienen, ist natürlich auch damit verboten.

Der Holzsammelschein wird von den Forstverwaltungen, der jeweiligen Stadt oder Gemeinde ausgestellt. Er gilt für einen bestimmten Zeitraum und muss beim Holz sammeln mitgeführt werden. Auch mit der Genehmigung zur Holzmitnahme gilt es einige Vorschriften zu beachten, z.B. dass nur tagsüber und nicht in Schutzgebieten gesammelt werden darf.

Die Kosten für den Holzsammelschein variieren und sind auch von der vereinbarten Menge abhängig. Am Ende kontrolliert der zuständige Förster, ob auch nicht mehr gesammelt wurde als vereinbart war. Erst danach kann das Holz nach Hause mitgenommen und noch nach Bedarf getrocknet werden, bis es im Ofen verbrannt und für eine wohlige Wärme sorgen kann.

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(ctr)