Hoia Baciu: Das Bermuda-Dreieck Rumäniens

Hoia Baciu - der perfekte Ort für einen Horrorfilm

Anstatt einer stinknormalen Städtereise empfehlen wir für diese Saison einen zünftigen Gruseltrip: Angebrannte Äste, obwohl es nicht gebrannt hat, ein fünfjähriges Mädchen verschwindet und kommt fünf Jahre später, ohne einen Tag gealtert zu sein, in der gleichen Kleidung wieder, Ufos und Geisteraugen zwischen den Bäumen. Wer keine Nerven aus Stahl hat, sollte den Hoia-Baciu-Wald im Nordosten von Rumänien meiden, denn er gilt als der gruseligste Spot der Welt.

Der Wald in Transsilvanien, zu Deutsch Siebenbürgen, ist nicht mehr als drei Quadratkilometer groß und hat sich als ‚Bermuda Dreieck Rumäniens‘ einen zweifelhaften Namen gemacht. Der Wald Hoia-Baciu nahe der Stadt Cluj-Napoca (Klausenburg) wurde nach einem Schäfer benannt, der dort inklusive seiner 200 Schafe spurlos verschwand. Menschen berichten in Blogs und auf Webseiten, die sich mit übersinnlichen Phänomenen beschäftigen, von Ufo-Erscheinungen, die dort auch mit Fotos belegt werden, und über seltsame Lichterscheinungen, sogenannte Orbs. Auch metallische kesselförmige Gegenstände, die auf dem Waldboden erscheinen, wurden dokumentiert. Diese hätten Strahlung abgegeben und seien nicht menschlichen Ursprungs.

Das außergewöhnlichste des eher kleinen Waldstückes ist jedoch eine Lichtung, auf der keine Bäume wachsen und die einen perfekten Kreis umschreibt. Uhren und Navigationsgeräte spielen hier völlig verrückt. Die Bäume ringsum wachsen oft seltsam schief und Besucher des Waldes klagen oft über eine Bewusstseinsveränderung und unerklärliche Ausschläge nach einem Besuch im Wald. Im Jahr 1968 wurde genau dort ein Ufo-Foto aufgenommen, das bis heute als "authentisch" eingestuft wird.

Die außergewöhnliche magnetische Strahlung, die in der Umgebung vorkommt, wird seit den 1960er Jahren immer wieder wissenschaftlich untersucht. Mehrere Wissenschaftler, darunter bekannte Professoren der Baba-Bolyai-Universität, wie Alexandru Sift, Professor für Biologie oder Adrian Patrut, Professor für Chemie haben sich mit den Phänomenen beschäftigt und ihre Studien veröffentlicht.

Ob es nun wirklich der ausgesuchte Ort von Außerirdischen oder Geistern ist, wir empfehlen: Einfach hinfahren und mit einer guten Kamera endlich Licht ins Dunkel bringen.

Viele Wege führen nach Hoia Baciu, den gruseligsten Wald der Welt

Wie Sie dorthin kommen? Clui-Napoca, die zweitgrößte Stadt in Rumänien ist idealer Ausgangspunkt für den Mystik-Ausflug. Der Wald liegt im Westen der Stadt, in der Nähe des Ethnographische Museum Siebenbürgens. In den letzten Jahren wurde in der Nähe auch ein Bike-Park gebaut, auch andere Sportarten wie Bogenschießen, Paintball und Airsoft werden dort angeboten.

Um in die transilvanische Stadt zu reisen, kann man das Flugzeug, die Bahn, oder das Auto nehmen. Die Stadt verfügt über einen eigenen kleinen Flughafen, der von der Lufthansa, WizzAir und Carbatair angeflogen wird. Mit der Bahn ist es etwas umständlicher, allerdings auch wesentlich preisgünstiger. Bei einer Zugfahrt in Rumänien muss der Reisende jedoch mit erheblichen Verspätungen leben, die hier zum Eisenbahnalltag gehören. Durchschnittsgeschwindigkeiten von 45 Kilometer die Stunde sind völlig normal.

Auch eine Busfahrt ist für ungefähr 20 Euro möglich, von Budapest fahren regelmäßig Busse, die in knapp sieben Stunden Clui-Napoca erreichen. Ist man in der Stadt angekommen, wird das öffentliche Verkehrsnetz zum kleinen Abenteuer, da das örtliche Nahverkehrnetz eher verwirrt und häufig die Beschilderung fehlt oder nicht mehr lesbar ist. Taxis, bei denen Besucher darauf achten sollten, dass sie eine offizielle gelbe Plakette der Regionalverwaltung auf dem Nummernschild haben, sind eine empfehlenswerte Alternative und die Preise für eine Fahrt sind praktischerweise an den Autotüren aufgeklebt.

Für 80 Lei (ca. 18 Euro)kann man schon eine günstige Übernachtung für zwei Personen in einem Hostel bekommen. Etwas gehobener und mit mehr Service geht es in den zahlreichen Hotels der Stadt zu. Die Preise liegen zwischen 40 und 80 Euro für ein Doppelzimmer in der Hauptsaison.