Hohe Waldbrandgefahr - besonders gefährlich sind Abflammgeräte gegen Unkraut

Hohe Waldbrandgefahr - besonders gefährlich sind Abflammgeräte gegen Unkraut
Auch am eigenen Haus können Funken zu Bränden führen, die auf den angrenzenden Wald überspringen © dpa, Benjamin Liss, fdt

In den meisten Gegenden Deutschlands hat es seit Wochen kaum einen Tropfen geregnet. Dementsprechend hoch ist die Waldbrandgefahr. Außer an der Küste sind bundesweit die Gefahrenstufen 3 oder 4 ausgerufen. Es gibt aber noch einen gefährlichen Brandverursacher: Die Abflammgeräte, mit denen Hobbygärtner und Heimwerker das Unkraut in den Bodenfugen abbrennen. Es hat schon jetzt mehrere solcher Brände gegeben. Meist geht es dabei nicht um absichtlich gelegte Brände, sondern um Fahrlässigkeit.

Was ist im Wald erlaubt?

ARCHIV - 25.03.2020, Brandenburg, Lieberose: Ein Schild vom Landesbetrieb Forst Brandenburg mit den Waldbrandgefahrenstufen steht auf der «4 hohe Gefahr». (zu 
Die Waldbrandgefahrenstufen. In vielen Teilen Deutschlands momentan 4 - hoch! © dpa, Patrick Pleul, ppl fux

Stufe vier bedeutet "hohe Waldbrandgefahr" und sie gilt derzeit in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Teilen von Sachsen-Anhalt. Schon vereinzelte Funken können im trockenen Unterholz Feuer auslösen. Das Laub, das im vergangenen Herbst von den Bäumen fiel, wirkt derzeit als echter Brandbeschleuniger. Daher sind offene Feuer im Wald sowieso verboten. Momentan sind Waldspaziergänge sehr beliebt, daher sei an dieser Stelle noch einmal kurz erwähnt, was im Wald erlaubt ist und was nicht:

  • Rauchen im Wald ist gesetzlich verboten. Natürlich auch das Wegwerfen von Kippen.
  • Das Entzünden von offenen Feuern ist im Wald verboten.
  • Offenes Feuer ist auch im Abstand von 100 Metern zum Wald strengstens verboten.
  • Auch Grillfeuer sind nicht erlaubt.
  • Glas im Wald liegen lassen
  • Und dieses Jahr auch wegen Corona: Alle Osterfeuer sind untersagt

Gefährliche Abflammgeräte

Abflammgeräte zum Vernichten von Unkraut in Bodenfugen wird stets mit vielen Vorteilen angepriesen. Es kommt keine chemische Keule zum Einsatz, das Abflämmen erfolgt genau da, wo die Beikräuter wachsen, man muss nicht stundenlang knien. Doch eine Gefahr wird oft außer Acht gelassen: Der Funkenflug. Angesichts der derzeit herrschenden Trockenheit kann schon ein Funke genügen, um Feuer zu verursachen. Die Funken können leicht in angrenzende Waldgebiete fliegen.

Brandinspektor Thorsten Ohm von der Feuerwehr Bornheim/Rheinland erklärt: "Ein besonderes Augenmerk möchten wir erneut auf die Verwendung so genannter Unkrautbrenner richten. Die Benutzer unterschätzen offenbar immer wieder die Reichweite des Funkenflugs, der vor allem Nadelgehölze sehr schnell in Brand setzen kann."

Abschließender Rat: Fahrlässig verursachtes Feuer kann teuer werden, denn der "Brandstifter" muss den Feuerwehreinsatz zahlen.