Geringe Impfquote erweist sich als fatal

In diesen europäischen Ländern wütet Corona wieder heftig

Während die Mitte, der Norden und der Süden vergleichsweise geringe Inzidenzen bei hoher Impfquote aufweisen, sieht es in den osteuropäischen Ländern teilweise ganz anders aus.
Während die Mitte, der Norden und der Süden vergleichsweise geringe Inzidenzen bei hoher Impfquote aufweisen, sieht es in den osteuropäischen Ländern teilweise ganz anders aus. © RTL, RTL NEWS, RTL Grafik

Vergleichsweise ruhige Lage im Süden, in der Mitte und im hohen Norden

Bei der Einschätzung der aktuellen Corona-Lage in einem Land ist die Inzidenz nicht mehr die einzige Zahl, auf die es ankommt. Dennoch zeichnet sie nach wie vor ein klares Bild vom Infektionsgeschehen. Und in Kombination mit Impfquote und der Anzahl der Krankenhauseinweisungen ergibt sich damit die Leitlinie für die notwendigen Maßnahmen, die die jeweils Verantwortlichen ergreifen sollten. Während die Mitte, der Norden und der Süden vergleichsweise geringe Inzidenzen bei hoher Impfquote aufweisen, sieht es vielen osteuropäischen Ländern teilweise ganz anders aus.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Serbien: "Diese Welle ist die tödlichste"

An der Spitze der Hochinzidenzen steht derzeit der einstige Impfvorreiter Serbien mit einem Wert von 607 positiven Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen. "Diese Welle ist die tödlichste, trotz all unserer Bemühungen sterben mehr als 90 Prozent der Intubierten", sagt Dr. Tanja Adzic Vukicevic, Chefin des Covid-Krankenhauses in Batajnica, der Zeitung Direktno. Vergangene Woche konnte der Corona-Krisenstab sich mit der Forderung nach einem zehntägigen Versammlungsverbot und der Schließung aller Gastronomiebetriebe um 17 Uhr gegenüber der Politik nicht durchsetzen.

Lese-Tipp: Wahre Impfquote bleibt wohl für immer ein Geheimnis

18.09.2021, Serbien, Belgrad: Demonstranten nehmen an einem Protest gegen mögliche neue Corona-Beschränkungen, die von der Regierung angekündigt wurden, teil. Foto: Darko Vojinovic/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Demonstranten nehmen im September an einem Protest gegen mögliche neue Corona-Beschränkungen, die von der Regierung angekündigt wurden, teil. © dpa, Darko Vojinovic, PJ vhm pat

Rumänien muss Covid-Patienten nach Ungarn verlegen

Auch Rumänien kämpft mit einer heftigen Corona-Welle, bei einer Inzidenz von 495. Freie Betten sind in den mit mehr als 1500 Covid-Patienten belegten Intensivstationen der Kliniken des Landes nicht existent. Nun hat man begonnen, schwer kranke Covid-19-Patienten zur Behandlung ins Nachbarland Ungarn verlegen lassen, berichtet die dpa. Rumänien weist nach Bulgarien mit nur 31 Prozent der Bevölkerung die niedrigste Impfquote in der EU auf. Mit harten Präventivmaßnahmen in der Gastronomie, der Einführung einer neuen Covid-App und 70 Millionen Speicheltests für die Schulen versuchen die Verantwortlichen in Rumänien nun, der Lage wieder Herr zu werden.

Lese-Tipp: 2G-Regel im Einzelhandel – Supermärkte können Ungeimpfte aussperren

Lettland ruft erneut den Notstand aus

Die baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland haben ebenfalls extrem hohe Inzidenzen zu verzeichnen, allen voran Lettland mit 611 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen. Angesichts der starken Ausbreitung des Coronavirus ruft Lettland erneut den Notstand aus, berichtet das Ärzteblatt. Die Regierung in Riga hat am vergangenen Freitagabend nach längerer Debatte einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt – vom 11. Oktober bis 11. Januar. In dem Ostseestaat sind aktuell nur knapp die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Erst gestern wurde bekannt, dass Lettlands Staatspräsident Egils Levits positiv auf das Coronavirus getestet worden ist.

Lese-Tipp: Corona-Hotspot Thüringen – besonders hohe Werte bei Kindern und Jugendlichen

Hohe Kinder-Hospitalisationrate in Großbritannien

Mit 66 Prozent vollständig Geimpften weit Großbritannien eine relativ hohe Impfquote auf, ist mit 138.000 Corona-Toten allerdings eines der am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Die neue Welle betrifft im Brexit-Land vor allem Kinder und Jugendliche. Da das Virus sich in dieser wenig geimpften Gruppe ungehindert verbreiten kann, steigen auch die Hospitalisierungen an: 6,7 % aller Covid-Aufnahmen sind in Großbritannien Kinder, täglich werden im Durchschnitt 40 Kinder in Krankenhäuser eingewiesen, alleine 1.078 Krankenhauseinweisungen gab es im September. (ija)

Video-Playlist: Alles, was Sie zum Coronavirus wissen sollten

AUDIO NOW Podcast Empfehlung zum Thema Corona