Kleine Blume trickst das Klima aus

Hoffnungsvolle Studie zum Klimawandel: Schlaue Pflanze ändert ihr Verhalten

Flower of Drosanthemum hispidum or Jovibarba
Für die Studie wurden 73 der insgesamt 114 Arten der Gattung Drosanthemum untersucht, deren Verbreitungsgebiet sich von der saisonal feuchten, südlichen Kap-Region bis ins extrem trockene Namibia erstreckt. © Getty Images/iStockphoto, Edoardo Sandulli

Kleine Blume als Hoffnungsträger

Der Klimawandel und die damit einhergehenden Dürren ist für Pflanzen weltweit problematisch. Auch in Deutschland hat die Trockenheit in den Wäldern schon viel kaputt gemacht. Eine Studie der Universität Bayreuth, der Universität Hohenheim und der Stellenbosch University in Südafrika hat nun eine Pflanze entdeckt, die dem Klimawandel auf eine ganz eigene Weise trotzt.

Mittagsblume holt sich CO2 jetzt in der Nacht

Die Mittagsblume (osanthemum wittebergensis) aus Südafrika ist vielleicht ein Vorreiter in Sachen „Kampf dem Klimawandel“. Sie hat ihr Verhalten verändert. Zwar nicht von jetzt auf gleich, aber im Laufe der letzten Jahre. Anstatt tagsüber das lebensnotwendige CO2 für die pflanzliche Photosynthese aufzunehmen, verlegt sie diesen Vorgang jetzt in die Nacht, damit sie tagsüber ihre Spaltöffnungen geschlossen halten und die Verdunstung von Wasser verringern kann. Diesen Mechanismus nennt man Crassulacean acid metabolism, kurz CAM.

Gleiche Pflanze, neue Umgebung

Flower of Drosanthemum hispidum or Jovibarba
Die Studie weckt die Hoffnung, dass die Pflanzen auf der Erde es schaffen, dem Klimawandel trotzen. © Getty Images/iStockphoto, Edoardo Sandulli

Ursprünglich stammt die Pflanze aus einer Gegend, wo die Niederschläge eher hoch sind. Dort brauchte sie den Trick nicht. Einzelne Linien dieser Gattung – das heißt Arten mit einem gemeinsamen Vorfahren – sind aber auch in trockenere Lebensräume der Namib-Region und des südafrikanischen Binnenlandes vorgedrungen. Dort hat die Mittagsblume ihr Verhalten angepasst und ist auf die CAM-Photosynthese umgestiegen.

Professorin hat Hoffnung

„Unsere Studien zeigen beispielhaft, wie Pflanzen sich unter zunehmend unsicheren klimatischen Bedingungen anpassen können, um sich vor zu großen Wasserverlusten bei der Photosynthese zu schützen“, sagt Prof. Dr. Sigrid Liede-Schumann, Inhaberin des Lehrstuhls für Pflanzensystematik an der Universität Bayreuth.

Hier geht es zu Originalpublikation der Studie aus der Zeitschrift „New Phytologist“

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