Hoffnungsschimmer für Australien: Endlich Regen!

Keine Entwarnung, aber ein paar positive Meldungen

Eins vorweg: Für Australiens Brände gibt es im Moment weder eine Entwarnung oder eine Entspannung. Es ist ernst. Am Samstag ist wieder ein Feuerwehrmann im Einsatz ums Leben gekommen. Die Schäden für Menschen, Tiere und die Natur sind entsetzlich.

Trotzdem gibt es Meldungen, die Hoffnung machen. Ein Wetterwechsel erhöht die Chancen für Regen, und ein besonders großes Feuer konnte eingedämmt werden. Das Bewusstsein für Klimaschutz steigt ebenfalls. Der australische Premierminister Scott Morrison deutete ein Umschwenken seiner bisher nicht klimafreundlichen Politik an.

Die Wetterprognosen zeigen Regen

Ausgelöst wurden viele Brände von Menschen. Das Wetter hat die Rahmenbedingungen für die Katastrophe gesetzt. Seit Jahren ist Australien zu trocken und die letzten Wochen waren vor allem sonnig und heiß. In einigen Gebieten erreichten die Temperaturen 44 Grad! Doch nun bröckelt der Hochdruckeinfluss und die Prognosen zeigen einige Niederschläge in der zweiten Wochenhälfte. Auch die Temperaturen werden kühler, was die Arbeitsbedingungen der Feuerwehr erleichtert. Und die hat eine Atempause dringend verdient.

Einsatzkräfte kämpfen mit Riesenfeuern

An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht zum Samstag drei Buschfeuer zu einem „Megabrand“ mit einer Fläche von 600.000 Hektar. Das entspricht etwa einem Drittel der Größe von Rheinland-Pfalz.

Eine gute Nachricht kam aus der Region um Gospers Mountain nordwestlich von Sydney: Dort wurde ein ähnlich großer Riesenbrand eingedämmt - nach zehn Wochen.

News Bilder des Tages BUSHFIRE SUPPORT SYDNEY OPERA HOUSE, Projections are seen on the sails of the Sydney Opera House in recognition of the communities affected by fires across rural and regional Australia, in Sydney, Saturday, January 11, 2020. Sin
Die Australier zeigen ihre Dankbarkeit für die Einsatzkräfte: Bilder von Feuerwehrleuten werden auf die Segel der Oper in Sydney projiziert. (Foto vom 11. Januar 2020) © imago images/AAP, PAUL BRAVEN via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Umdenken in der Politik

Auch in der Politik weht ein neuer Wind: Selbst der australische Premier Scott Morrison erkennt inzwischen den Einfluss des Klimawandels und das „beispiellose“ Ausmaß der Brände an.

 SCOTT MORRISON MURAL MELBOURNE, A mural depicting Australian Prime Minister Scott Morrison among bushfire flames is seen in Tottenham, Melbourne, Tuesday, January 7, 2020. Scott Morrison s handling of the Australian Bushfire crisis has been widely c
Der Australische Premier Scott Morrison wurde für seinen mangelnden Einsatz gegen Buschfeuer und Klimawandel scharf kritisiert (wie z.B. mit diesem Grafitti). Inzwischen hat er seine Ansichten geändert. © imago images/AAP, JAMES ROSS via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Bisher galt Morrison als Förderer der Kohleindustrie und „Bremser“ beim Klimaschutz. Greta Thunberg hatte ihn (indirekt) kritisiert. Inzwischen hat er angedeutet, die CO2-Emissionen stärker reduzieren zu wollen.

Fazit: Das Wetter hilft, aber die Feuer gehen weiter

Besonders problematisch sind momentan die Brände im Südosten des Kontinents. Dort dauert die Buschbrand-Saison normalerweise bis März. So lange werden dort vermutlich Feuer wüten. Wenn es gelingt, die Feuer besser einzudämmen, wäre viel gewonnen. Vorrausichtlich wird das Wetter in den nächsten sieben Tagen dabei helfen. Nicht mehr, und nicht weniger.