Hochwasserlage spitzt sich zu, ist aber noch nicht gefährlich

Noch saufen wir nicht ab

Die Hochwasserlage spitzt sich zu, an den Flüssen und in den norddeutschen Wiesen.

Der tagelange Regen ist in den Flüssen angekommen - und nicht nur da. der Dauerregen setzt auch den norddeutschen Wiesen ordentlich zu. Hochwasser ist wieder ein Thema.

Noch sind die Pegel an Rhein und Ruhr im grünen Bereich. Der Wasserstand des Rheins bei Duisburg wird die nächsten Tage aber noch weiter klettern. Bis zum Wochenende sei dort mit einer Pegelhöhe von bis zu acht Metern zu rechnen, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Duisburg.

Auch in der Grenzregion bis Emmerich steige der Pegel deutlich. Einschränkungen für die Schifffahrt gebe es aber nicht. Zwischen Bonn und Düsseldorf entspannt sich die Lage schon wieder. "Der Höhepunkt ist erreicht", sagte der Sprecher.

Die Vorhersage stimmt einigermaßen optimistisch. Denn zum einen wird es kälter und die Niederschläge werden als Schnee gebunden, zum anderen schmilzt nicht noch mehr Schnee in den Alpen dahin. Und: Es wird ja generell etwas trockener.

So sieht es an den meisten Stauseen noch gut aus, auch wenn die Diemeltalsperre in Nordhessen schon überläuft.

Hochwasser auch in Köln.

Der Dauerregen der letzten Wochen macht eher dem Norden zu schaffen. Viele Flusspegel sind weit höher als normal. "Wir haben zu viel Wasser, aber noch keine großen Gefahren", sagte Oberdeichgraf Heinrich Marx vom Eider-Treene-Verband. "Durch den fortlaufenden Regen der letzten Monate laufen unsere Pumpen auf Hochtouren", bestätigte der Geschäftsführer vom Marschenverband Schleswig-Holstein, Matthias Reimers. "Überall ist Nässe, aber wir saufen nicht ab."

Auch die Bauern sind von den Regenfluten betroffen. Katastrophenmeldungen gab es bislang jedoch nicht, sagte Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer: "Die betroffenen Flächen werden derzeit meist noch nicht bewirtschaftet." Da die Böden stark mit Wasser vollgesogen sind, steigt aber die Gefahr oberflächlicher Abflüsse. Damit droht nicht nur Erosion: Es können auch Nährstoffe zusätzlich in Oberflächengewässer und ins Grundwasser gelangen.