Hochwassergefahr! Niederschläge lassen Pegel ansteigen

Niederschläge und Tauwetter lassen die Flüsse anschwellen

Das Wetter in Deutschland wird derzeit von Tiefdruckgebieten bestimmt. Diese Tiefs kommen vom Atlantik und ziehen meist über die Nordsee hinweg in Richtung Nordosteuropa. Dabei gelangt auf der Südseite dieser Tiefdruckgebiete mit einer westlichen bis südwestlichen Strömung milde und vor allem feuchte Atlantikluft zu uns. Das bedeutet für das Wetter in Deutschland häufige Niederschläge, die aufgrund der milden Witterung meist als Regen herunter kommen.

Hochwasser in Köln
Nach den Regenfällen der letzten Tage ist der Rhein bei einem Pegel von sechs Metern an einigen Stellen über die Ufer getreten. © dpa, Henning Kaiser

Insgesamt sind in den ersten 13 Tagen des Januars bereits in vielen Gegenden Deutschlands deutlich mehr als 50 Prozent der mittleren Januarmonatssumme gefallen. Teilweise wurde das Monatssoll sogar bereits überschritten. Montabaur in Rheinland-Pfalz ist mit 51,9 mm Niederschlag, und damit 155 Prozent der normalen Januarmenge, derzeit Spitzenreiter. An zweiter Stelle steht Augsburg in Bayern, dort wurden mit bisher 45 mm bereits 122 Prozent des Monatssolls erreicht. Die höchste absolute Niederschlagssumme verzeichnet bisher die Station Großer Arber im Bayerischen Wald mit 155 mm. Das entspricht für diesen Ort 119 Prozent der mittleren Monatssumme.

Januar war extrem nass

Die Auswirkungen des bisher nassen Januars zeigen sich aber nicht nur anhand der Niederschlagsstatistik. Auch die Pegelstände entlang der Flüsse in Deutschland sind aufgrund der beachtlichen Regenmengen deutlich angestiegen.

Allerdings kommt hier noch ein weiterer Aspekt zum Tragen. Mit der einströmenden milden Luft setzte bis in höhere Lagen Tauwetter ein. So waren beispielsweise von den am Freitag gemeldeten 52 cm Schnee auf dem ‚Großen Arber‘ am vergangenen Sonntag nur noch 26 cm übrig. Ähnlich stark taute der Schnee auch in anderen Mittelgebirgen ab. Die Summe der aus der Schneeschmelze resultierenden Wassermenge und der Regenmenge bezeichnet man als Niederschlagsdargebot. Dieses ließ die Pegel einiger Flüsse deutlich ansteigen.

Derzeit melden vor allem in Bayern einige Flusspegel kleines bis mittleres Hochwasser. Davon betroffen sind insbesondere die Donau und der Main sowie ihre Nebenflüsse. Aber auch in anderen Gegenden Deutschlands führen die Flüsse überdurchschnittlich viel Wasser mit sich.

Laut den Prognosen für die nächsten Tage ändert sich nichts Grundlegendes an der momentanen Wetterlage. Somit setzt sich das wechselhafte Wetter mit wiederholten und gebietsweise auch kräftigeren Regenfällen fort. Der meiste Niederschlag fällt voraussichtlich im Norden und Westen Deutschlands. Im Süden und Südosten fallen die Mengen hingegen geringer aus. Somit dürfte sich zumindest dort die Hochwasserlage etwas entspannen, während in den anderen Gebieten mit einem gleichbleibendem Pegel oder gar einem weiteren Ansteigen zu rechnen ist.

Quelle: dwd