Hochwasser, Gewitter, Trockenheit: So wechselhaft ist der Wonnemonat Mai im Jahresvergleich

Junge Frau macht eine Radtour auf einem eBike
Mai, wie er sein soll! © imago images / Action Pictures, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der Frühling startet im Mai durch

Der Mai gilt als Wonnemonat seit Jahrzehnten. Bereits die Dichter, Sänger und Liedermacher besangen den Mai als „Wonnemonat“. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Flora und Fauna entfalten sich, der Frühling startet durch und viele Blumen und Pflanzen fangen an zu blühen. Die Temperaturen steigen und die Anzahl an Sonnenstunden nimmt zu.

Doch der Mai kann auch anders! In der Vergangenheit kam er auch mal deutlich unterkühlt daher. Unwetterartige Gewitter mit Starkregen und sogar Hochwasser können im Mai ebenfalls vorkommen.

Doch was sagt eigentlich die Statisitik zum Wonnemonat Mai?

In Deutschland haben wir im Schnitt 11 Regentage, 6,8 Sonnenstunden pro Tag und eine Durschnittstemperatur (Maximum) von 16,8 Grad (im Vergleich zum Mittel 1961-1990)

Doch was ist denn jetzt normal? Wir begeben uns auf eine Spurensuche nach dem Wonnemonat von dem alle erzählen 

Ein Blick in die Vergangenheit

Besonders extrem war der Mai beispielsweise im Jahr 1999. Beim so genannten Pfingsthochwasser  kam es damals in Südbayern zu heftigen Überschwemmungen und auch der Mai im Jahre 2013 zeigte sich nicht von seiner schönen Seite. Auf das ganze Land gemittelt fiel knapp 86 Prozent mehr Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961-1990). In diesem Jahr kam es zu heftigen Gewittern mit Starkregen im Osten. Im weiteren Verlauf setzt starker Dauerregen über der Mitte von Deutschland ein. Damals fielen innerhalb von 48 Stunden Regensummen von 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter. Die Folge waren große Hochwasser an der Donau und Elbe. Das Temperaturmittel blieb auf einem knapp unterdurchschnittlichen Niveau.

Das Jahr 2014 sah statistisch ähnlich aus. Es fiel 32 Prozent mehr Regen als normal und das Temperaturmittel war mit 0,4 Grad nur knapp über dem Durchschnitt. Wettertechnisch sah die Lage aber anders aus. Es hatte sich eine Tiefdruckrinne gebildet, in der eine Luftmassengrenze integriert war. Durch diese Luftmassengrenze wurde die kühlere Luftmasse von der feucht-warmen Luftmasse getrennt. An der Luftmassengrenze haben sich dann kräftige Schauer und unwetterartige Gewitter gebildet.

Im Jahr 2015 kommen wir dem Wonnemonat schon etwas näher. Es fiel knapp 22 Prozent zu wenig Niederschlag, während die Anzahl an Sonnenstunden und das Temperaturmittel annährend im Soll waren. Interessant war, dass die erste Monatshälfte viel zu nass war. Dagegen war die zweite Monatshälfte viel zu trocken. Auch regional gab es Unterschiede.

Die Jahre 2016 und 2017 zeigten sich ebenfalls eher unbeständig. Jedoch gab es keine größeren Abweichungen bzgl. der Niederschlagssummen (nur im 2017 etwas zu wenig) im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961-1990).

Der Mai 2018 war deutlich zu warm und auch zu trocken. Hier würde die Bezeichnung „Wonnemonat“ möglicherweise am ehesten zu treffen. Jedoch haben Flora und Fauna nicht wirklich etwas davon, denn sie brauchen den Regen.

Fazit: Wonnemonat Mai mit vielen Facetten

22 05 2019 Hochwasser in Dirlewang bei Mindelheim.
22 05 2019 Hochwasser in Dirlewang bei Mindelheim. © imago images / MiS, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass der Mai doch nicht so „wonnenhaft“ ist, wie es immer gesagt wird. Es können kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel auftreten. Auch die Hochwasserlagen wie im Jahr 1999, 2013 und 2019 sind im Mai ebenfalls vorhanden. Der Mai kann also auch anders!