Hitzewelle in Europa: England und Holland reagieren mit Gartenschlauch- und Autowaschverbot

Strafe bis zu 1.000 Pfund: Gartenschlauchverbot in England

Das Verbot mit dem skurrilen Namen hat einen ernsten Hintergrund: Der britische Wasserversorger hat für Millionen Menschen im Nordwesten Englands wegen der andauernden Trockenheit und Hitze ein Verbot für die Nutzung von Gartenschläuchen angekündigt. Ab dem 5. August gilt hier: Wasser Stopp! Auch private Swimming-Pools oder Planschbecken für Kinder dürfen dann nicht mehr befüllt werden. Gießkannen sind aber weiterhin erlaubt.

Verkehrte Welt: Am nördlichen Polarkreis ist es wärmer als in Deutschland

Christmas holiday Santa hat man snorkeling in tropical blue seas using a digital tablet
Bei Wassertemperaturen von 22 Grad in Finnland gönnt sich wahrscheinlich auch der Nikolaus eine kleine Abkühlung. © Getty Images, PeskyMonkey

Was ist das nur für ein Sommer, in dem es hoch im Norden Tropische Nächte gibt? Während wir schon Hochsommergefühle haben, legt Finnland noch einen drauf. An der finnischen Wetterstation Kevo, ganz oben im Norden von Finnland, wurden am Mittwoch 32,1 Grad gemessen. Da kann selbst der Nikolaus eine Abkühlung brauchen. Hier in Deutschland gab es zur gleichen Zeit am wärmsten Ort (Huy-Pabstorf in Sachsen-Anhalt) mit 29,5 Grad fast drei Grad weniger. Bald kann der Nikolaus also in Badehose reisen.

Duschbeschränkung und "Deiche first" in den Niederlanden

Das Jahr 2018 zählt zu den 5 Prozent der trockensten Jahre, die je in den Niederlanden gemessen wurden. Besonders kritisch: Da die Deiche teils aus Torf bestehen, könnten sie im Extremfall sogar zusammenbrechen, das ist 2003 in Wilnis geschehen. Sollte es zu einer Wasserknappheit kommen, würde das Land auf Salzwasser zurückgreifen, bislang ist das in der Geschichte des Landes jedoch noch nie vorgekommen. 

Die Prioritäten sind klar geregelt: Laut „Niederlande.net“ würden erst die Deiche und die Natur mit Wasser versorgt werden, erst anschließend kämen Versorgungsunternehmen wie die Energieversorgung und die Trinkwasserversorgung an die Reihe. Allerdings sei nahezu ausgeschlossen, dass das Trinkwasser knapp würde, selbst bei einer extremen Dürreperiode, so der  Dürreexperte Harold van Waveren. Als letztes würden in unserem Nachbarland Landbau und Schleusen mit Wasser versorgt.

Die Behörden haben auf jeden Fall schon einmal vorgesorgt und ihre Mitbürger darauf hingewiesen, ihre Autos nicht zu waschen und beim Duschen kürzer zu treten.

40 Grad und helle Kleidung für Zypern

Bei 40 Grad im Schatten ruft das zyprische Staatsfernsehen (RIK) dazu auf, nicht allzu lange draußen zu bleiben, helle Kleidung zu tragen und viel Wasser zu trinken. Schon Mitte Juni waren es über mehrere Tage hinweg bis zu 42 Grad.

Und bei uns in Deutschland?

In Osnabrück bittet die Stadt die Bürger, beim Wässern der Bäume mitzuhelfen. Außerdem wird das Futter für unsere Milchkühe knapp - bei dieser Trockenheit wächst einfach zu wenig Gras und die Rindviecher müssen in den Stall. Die Landwirte stöhnen: Bei Getreide und Kartoffeln sieht es böse aus, unsere Lieblingsknolle könnte laut "agrarheute" für die höchsten Kartoffelpreise seit fünf Jahren sorgen. Nur die Obstbauern im Alten Land freuen sich - durch den besonders wasserhaltigen Marschboden gedeiht ihr Obst prächtig.​

Deutsche Wasservorräte sind gut gefüllt

Allerdings müssen wir uns trotz Hitze und Trockenheit bislang keine Sorgen um Wasserknappheit machen. Die Reservoirs sind mehr als gut befüllt. Ein "Day Zero" mit Wasserversorgungsstopp, wie es der südafrikanischen Metropole Kapstadt wegen Dürre und Wasserknappheit in diesem Jahr drohte, ist hierzulande kaum möglich. "Deutschland ist ein wasserreiches Land. Wasserstress ist in Deutschland nicht zu befürchten", so das Umweltbundesamt. Bei den Mineralwasserproduzenten wie "Wittenseer Quelle" bei Eckernförde, "Magnus Mineralbrunnen" in Norderstedt oder "Syltquelle" in Rantum auf Sylt wird es derzeit jedoch eng: Teils kommen sie mit der Produktion nicht mehr hinter dem Durst der Deutschen hinterher. Einige der Betriebe verzichten jetzt sogar darauf Süßgetränke herzustellen, um so viel Mineralwasser wie möglich liefern zu können.

Die größte Gefahr ist bei der großen Trockenheit ist weiterhin die Wald- und Flächenbrandgefahr im Land. Und mit einer Entspannung der Lage ist bei der Wetterlage vorerst nicht zu rechnen.

Schwitz-Aussichten: Jetzt wird's so richtig heiß in Deutschland

Es deutet sich immer mehr an, dass nach dem kleinen Dämpfer am Wochenende, ab nächster Woche dann die große Hitze zuschlägt. Derzeit gehen wir davon aus, dass ab Montag die Temperaturen bei sonnigem und trockenem Hochsommerwetter Tag für Tag steigen:

Dienstag bis 34 Grad

Mittwoch bis 36 Grad

Donnerstag bis 37 Grad