20 Grad zu warm - in der Arktis rast der Klimawandel voran

Hitzewelle am Nordpol – und was uns das angeht

Hitzewelle am Nordpol. Was hat das mit dem Klimawandel zu tun?
Der Nordpol schwitzt. Die braun eingefärbten Flächen zeigen Regionen, in denen es bis zu 20 Grad wärmer ist als gewöhnlich. © Karsten Haustein

Warmer Winter in der Arktis

Die außergewöhnlich lang anhaltende Februar-Wärme haben hierzulande wohl alle mitbekommen. Die einen haben sich gefreut, die anderen das vermeintlich schöne Wetter mit Unbehagen registriert. Der Klimawandel winkt mit großen Armen. Wo die Wärme auch ihre Spuren hinterlässt, ist am Nordpol. Dort war es im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage bis zu 20 Grad wärmer als normal. In anderen Regionen der Arktis sieht es nicht viel besser aus.

In der Arktis rast der Klimawandel voran

In Deutschland gibt es schon seit zehn Jahren keinen anständigen Winter mehr. Daran haben wir uns auch schon gewöhnt. Wintersport in den Mittelgebirgen fällt aus. Das ist schlimm für die, die dort vom Wintertourismus abhängen. Dass aber auch am Nordpol die Winter milder werden, betrifft uns alle. Die Arktis gilt als Frühwarnsystem für den Klimawandel.

Dort greift der Klimawandel besonders heftig um sich: Luft- und Wassertemperatur steigen viel schneller als im globalen Durchschnitt. Im Mittel betrug der Temperaturanstieg im 20. Jahrhundert in der Arktis etwa 2 Grad. Manche Regionen sind sogar um 5 Grad wärmer geworden. Für die Zeit bis 2100 gehen Klimaforscher von einer weiteren Erwärmung um etwa 6 Grad aus.

Die Folgen:

  • drastischer Rückgang des arktischen Meereises
  • Grönlands Gletscher schmelzen
  • Meeresspiegelanstieg
  • langsames Auftauen der Permafrostböden mit unvorhersehbaren Gefahren
Arktis und Nordpol werden immer wärmer - der Klimawandel schlägt hier besonders stark zu.
Das "Ewige Eis" schwindet dahin. Am Nordpol und in der Arktis wird es immer wärmer. © dpa, Ulf Mauder, fgj gfh

Rückkopplungen machen alles nur noch schlimmer

Was die Angelegenheit so gefährlich macht: Insgesamt führen die Auswirkungen der Klimaveränderung zu diversen Rückkopplungsmechanismen. Der Klimawandel verstärkt sich selbst. Durch die Erwärmung bedingte Folgen haben wiederum Auswirkungen auf den Umfang der weiteren Erwärmung. Das Abschmelzen des Meereises auf dem Arktischen Ozean führt beispielsweise dazu, dass er sich durch die Sonneneinstrahlung schneller erwärmen kann. Das weiße Eis reflektiert das Sonnenlicht nämlich viel besser als Wasser. Und das wiederum trägt zur schnelleren Eisschmelze auf dem Ozean bei.

  Wie lange wird dieses Walross noch auf seiner Scholle treiben?
Das Arktische Eis wird immer dünner. Mit Folgen für alle, nicht nur die Walrosse. © imago images/Ardea, Rights Managed via www.imago-images.de, www.imago-images.de

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