Anwohner und Touristen in Sicherheit gebracht

Hitze: Gletscher am Mont Blanc droht ins Tal zu stürzen

06.08.2020, Italien, Courmayeur: Der Planpincieux-Gletscher unterhalb des Mont Blanc bedrohte gut ein Dutzend Einheimische und rund 50 Touristen. Diese wurden daher von Carabinieri und anderen Einsatzkräften in Sicherheit gebracht. Die Straße in das
Drohender Gletschersturz im Aostatal © dpa, Stefano Bertolino, nwi

500.000 Kubikmeter Eis könnten ins Tal stürzen

Auf der italienischen Seite des Mont Blanc drohen schon wieder wegen der Erwärmung Teile eines Gletschers einzustürzen. Wegen der Gefahr wurden knapp 70 Menschen im Val Ferret am Ende des Aostatals in Sicherheit gebracht. Dort könnten rund 500.000 Kubikmeter Eis abbrechen. Das entspricht rund 80 Fußballfeldern, die mit einer ein Meter dicken Eisschicht bedeckt sind.

Gefährderte Gebiete am Planpincieux-Gletscher am Mont-Blanc

Zufahrtsstraße ins Tal gesperrt

06.08.2020, Italien, Courmayeur: Polizisten stehen an einer Straßensperre. Der Planpincieux-Gletscher unterhalb des Mont Blanc bedrohte gut ein Dutzend Einheimische und rund 50 Touristen. Diese wurden daher von Carabinieri und anderen Einsatzkräften
Polizisten stehen an einer Straßensperre in der Nähe vom Mont Blanc © dpa, Stefano Bertolino, nwi

Die Gefahr werde aber wohl nur ein paar Tage bestehen, sagten Techniker der Nachrichtenagentur ANSA. Das Eis sei wegen der großen Temperaturunterschiede der vergangenen Tage in Bewegung gekommen. Der Planpincieux-Gletscher unterhalb des Mont Blanc, dem höchsten Berg der Alpen und Grenzgipfel zwischen Italien und Frankreich, bedrohte gut ein Dutzend Einheimische und rund 50 Touristen. Diese wurden daher von Carabinieri und anderen Einsatzkräften in Sicherheit gebracht. Die Straße in das kleine Tal wurde vorübergehend gesperrt.

Ähnlich wie in Deutschland, ist das Wetter in Italien in den nächsten Tagen recht heiß. Verbreitet werden 30 Grad überschritten.

Abnahme der Gletscher in der jüngeren Erdgeschichte beispiellos

„Solche Phänomene zeigen einmal mehr, wie das Gebirge wegen klimatischer Faktoren in einer Phase starken Wandels und deshalb besonders verletzlich ist“, sagte der Bürgermeister von Courmayeur, Stefano Miserocchi.  

Auch unser Wetterexperte Björn Alexander sagt deutlich, dass die derzeitige Abnahme der Gletscher in der jüngeren Erdgeschichte beispiellos ist. Natürliche Schwankungen gab es aber beim bzw. durch das Klima immer. Das natürliche Optimum lag um das Jahr 1800 herum. Danach gab es eine ständige Verschlechterung, später wahrscheinlich unter Einbindung des anthropogen verschärften Klimawandels, so Björn Alexander weiter.

Der Mont Blanc (Monte Bianco) ist mit 4.810 Metern der höchste Berg der Alpen und steht auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Die Stiftung untersucht den Gletscher seit 2013.