Hier fegt der Tornado durch Luxemburg

Tornado fegt durch Luxemburg
Tornado fegt durch Luxemburg Etwa 100 Häuser zerstört 00:49

"Katastrophenszenario" in Petingen

19 Verletzte, zwei davon schwer, 100 unbewohnbare Häuser: Nach dem Tornado im Südwesten Luxemburgs sprach Arbeitsminister Dan Kersch von einem "Katastrophenszenario". Der Schaden sei enorm, könne aber noch nicht beziffert werden. Die Regierung versprach den Betroffenen Hilfe. "Wir lassen keinen im Regen stehen", sagte Premierminister Xavier Bettel nach einer Sondersitzung des Kabinetts. 

Bernd Fuchs erklärt, wie es zum Tornado von Petingen kam

Die Mischung der Luftmassen war explosiv
Die Mischung der Luftmassen war explosiv So entstand der Tornado von Petingen 01:26

Knochenbrüche und Herzinfarkt

Ein Sprecher der Luxemburger Polizei berichtete von einer "Schneise der Verwüstung", die sich etwa fünf bis sieben Kilometer weit zog. In den Ortschaftem Petingen und Kaerjeng wurden nach Behördenangaben insgesamt rund 300 Häuser abgedeckt oder anderweitig beschädigt. Betroffen war auch der Ort Niederkerschen und seine Umgebung. Fast alle Straßen sind inzwischen aber wieder geräumt.

Die zwei Schwerverletzten waren auch am Sonntag noch im Krankenhaus. Eine Person hatte Knochenbrüche erlitten, eine andere ist nach einem Herzinfarkt in kritischem Zustand. 

Tagelange Aufräumarbeiten erforderlich

Neben den abgedeckten Häusern säumten kaputte Autos und herumgewirbelte Trümmerteile die Straßen, vier Strommasten wurden umgeknickt, ein Sportplatz wurde verwüstet. Die Aufräumarbeiten werden tagelang dauern. Zur Unterstützung waren vorübergehend rund 200 Feuerwehrleute, 40 Polizisten und 50 Soldaten im Einsatz. Mit Drohnen wollte man sich auch aus der Luft ein Bild über die entstandenen Schäden machen. 

Betroffen von dem Tornado war auch der Norden des französischen Départements Meurthe-et-Moselle, das an Luxemburg grenzt. In den französischen Gemeinden Longwy und Herserange wurden Dutzende Hausdächer abgedeckt. Verletzt wurde jedoch niemand. Auf deutscher Seite - im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg - sorgten Unwetter ebenfalls für zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und Polizei.