"Wenn man eine Maske auf hat, dann sehen beide gleich aus"

Wahnsinn! Hier fechten 70 Jahre Altersunterschied

Manche Gegner sind 70 Jahre jünger

Bei Hans Visser kann sich so manch junger Hüpfer noch ne Scheibe abschneiden.

Wenn der 86-Jährige beim Fechttraining seinem Gegner gegenübersteht, dann sind manchmal 70 Jahre Altersunterschied im Spiel. Seinen Fechtkünsten sieht man das allerdings überhaupt nicht an.

Was sein Fitnessgeheimnis ist, zeigt uns Hans Visser im Video.

Lebenslange Leidenschaft

„Ich finde, wenn sich einer für den Fechtsport begeistert und ihm das richtig ins Blut geht, dann ist er Fechter, sein Leben lang", so Vissers Motto. Fürs Fechten gibt es keine Altersgrenze. Mit Durchhaltevermögen und einem guten Körpergefühl kann der Sport durchaus lange ausgeübt werden.

Seine Fechtgeräte hält Hans Visser selbst in Schuss. In einer kleinen Werkstatt im Keller hat er alle Waffen, die es fürs Fechten braucht. Und er hat einen Liebling unter den drei gängigen Waffengattungen Säbel, Degen und Florett: Das Florett. „Es ist einfach ein viel eleganterer Sport. Und das ist meine Lieblingswaffe." Doch auch im Fechtsport hat sich im Lauf der Jahrzehnte einiges verändert. „Bewegung wird schon als Angriff gewertet, das ist alles dynamischer geworden. Auch durchs Fernsehen. Die Zuschauer auch bei der Olympiade, großen Festen, die wollen die Action sehen“, erklärt der 86-Jährige unserer RTL-Reporterin Antonia Telgmann im Interview.

Viermal deutscher Meister

Mit 20 Jahren hält Visser zum ersten Mal das Florett in der Hand. Zuvor, nach dem Krieg, war Fechten nicht erlaubt. Bis heute hat der Profisportler 496 Turniere gefochten. Was ihn so lange daran begeistert hat, sei nicht nur Kampfeslust und der Wille sich auch mal zu quälen, sondern der Erfolg. Viermal wird Hans Visser deutscher Meister, gewinnt Gold bei den Europameisterschaften und wird 2001 sogar Florett-Weltmeister unter den Senioren.

60 Jahre im selben Turnverein

Seinem Emder Turnverein hält er dabei seit mehr als sechs Jahrzehnten die Treue. Und trainiert noch immer jede Woche mit. Hans jahrzehntelange Erfahrung wird hier gern angenommen. „Das bereichert auf jeden Fall das Training“, sagt Trainer Gordon Püschel vom ETV Fechten. „Er hat einfach sehr viel Erfahrung, die er auch gerne an uns weitergibt.“

So lang der Fechtveteran fit genug ist, will er weiterfechten. Vor allem die Turniere hat Visser noch im Visier: „Ich wollte ja die 500 voll machen.“ Und dazu fehlen ihm nur noch vier weitere Wettkämpfe. Für ein Kämpferherz wie Hans Visser scheint das jedenfalls machbar. (cgo/nid)