Windiger Herbst, Frost oder Hitze über 30 Grad

Herbstwetter: Hitze oder Minusgrade? Bei den Temperaturen im September ist alles möglich

Im letzten Jahr brachte uns der September selbst am Ende noch Hitze. Wird es in 2019 ebenso?

Der September ist auf jeden Fall eine eierlegende Wollmilch-Sau. Ein blitzsauberer Alleskönner sozusagen. Einerseits sind Land und Wasser am Ende des Sommers noch gut angewärmt und die Sommerluft findet oft noch ihren Weg zu uns. Bestes Beispiel: der September 2018. 

Dem gegenüber stehen anderseits erste Vorstöße kälterer Polarluft, die uns bei der passenden Wetterlage ereilen können. Selbst Schnee im Flachland hat es im September schon gegeben. Um den zu finden, mussten wir allerdings ganz ordentlich in den Wetterarchiven wühlen.  

Der September war in den letzten Jahren meist zu warm

Dass es im September zu kalt oder deutlich zu kalt ist, kam in den letzten Jahren nur sehr selten vor. Das liegt natürlich vor allem daran, dass in der Meteorologie in der Regel der Vergleichszeitraum von 1961 bis 1990 betrachtet wird. Und der war im Vergleich zu den Jahren ab 1991 rund ein Grad kälter. 

Unabhängig davon lagen in den letzten 15 Jahren der September 2006 mit einer Durchschnittstemperatur von rund 16,8 Grad und der September 2010 mit einer Tagesmitteltemperatur von etwa 12,3 Grad am weitesten auseinander. Kein Wunder ist es also, dass beide Jahre auch in den Rekordliste der einzelnen Wetterstationen reichlich vertreten sind. 

Heiß, heißer, September

In der Rekordtabellen finden sich im September sehr viele Werte jenseits der Hitzemarke von 30 Grad. Vor allem im ersten und im zweiten Drittel. Der Hauptgrund ist, dass wir noch näher am Sommer dran sind und dass die Tage noch länger sind. 

Mit dem Beginn des astronomischen oder auch kalendarischen Herbstes und der Tag-Nacht-Gleiche werden die Nächte länger als die Tage und es kühlt nachts immer stärker ab. Zudem lässt die Kraft der Sonne nach. Nichtsdestotrotz schafften es selbst Ende September noch etliche Orte in den Hitzebereich. 

Am Wochenende kommt übrigens keine Hitzewelle, sondern extrem ungemtüliches Herbst-Wetter.

ARCHIV - 26.07.2019, Sachsen, Dresden: Ein vertrocknete Sonnenblume steht auf einem Feld. (zu dpa Sommer 2019 war drittwärmster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen) Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auch Hitze und Trockenheit sind im September drin. © dpa, Sebastian Kahnert, skh bsc

Der Hitzepol zum Septemberende

Das historische Hitzemekka finden wir in Garsebach bei Meißen (Sachsen). Dort wurden im letzten Jahr am 21.September 32,2 Grad gemessen. Am selben Tag wurden auch in etlichen anderen Orten im Süden und Südosten unseres Landes Spitzenwerte jenseits der 30 Grad vermeldet. 

Der kühlste Wetterstation bei den Höchstwerten liegt übrigens auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze mit knapp 3.000 Metern. Dort war es Ende September noch nie wärmer als 13,2 Grad. Gemessen wurde dieser Rekord am 22.09.2006. Und diese Wetterstation führt uns direkt zum unteren Ende der Temperaturen, die uns der September bringen kann.

Die Spitze der Kälte

Die Reise durch die Wettergeschichte des Septembers hält uns in diesem Fall weiterhin auf der Zugspitze, wo am 29.09.1936 eine Minimumtemperatur von -14,7 Grad gemessen wurde. Auf den anderen, nicht so hohen Bergen sind im September Tiefstwerte im mäßigen Frostbereich drin. Das ist unter -5 Grad. Und auch im Flachland ist vielerorts leichter Frost und Bodenfrost nicht auszuschließen. Dass es hierbei allerdings schneit, ist eine absolute Ausnahme für die wir lange suchen mussten.

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Heidekraut Erica im Schnee. © imago images / CHROMORANGE, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Septemberschnee

Auf den Bergen sind erste Flocken im September nicht ungewöhnlich. Das gilt in den Alpen besonders für die Lagen ab 1.500 Meter aufwärts, weshalb sich im September bekanntlich die Almabtriebe häufen. In den Hochlagen ab rund 3.000 Meter wäre es sogar sehr ungewöhnlich, wenn es nicht auch mal in den Sommermonaten Schnee geben würde.

Und natürlich sind in den Mittelgebirgslagen ebenfalls Flocken mitsamt einer kleinen Schneedecke im September je nach Höhenlage nicht auszuschließen. Das sieht im Flachland ganz anders aus. Jedoch: ganz ausgeschlossen ist es nicht. Einen außergewöhnlich frühen Schneefall konnten beispielsweise die Menschen in Berlin am 24. September 1906 beobachten. Die früheste geschlossene Schneedecke in der näheren Verlegenheit in Berlin/Brandenburg gab es hingegen erst im Oktober. Nämlich am 13.10.2002.

Fazit: häufiger Sommer als richtiger Herbst

Den September in die herbstliche Schublade zu legen fiel in den letzten immer schwerer, da die Sommer unterm Strich meistens in die Verlängerung gingen. Entscheidend ist aber immer jeweilige die Wetterlage. Und die kann natürlich - selbst in Zeiten der Erderwärmung - noch kalte Luftmassen mit Wind und den typischen Herbstzutaten zu uns führen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür gegenüber einem warmen Abgang statistisch gesehen eher gering ist.

Was der Herbst noch für uns bereit hält, können Sie im 30-Tage-Wetterbericht lesen oder Sie laden sich die Wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.