Vorhersagen optimistisch

Aus der Dürre in den Regen - Herbst macht Deutschland nass

von Björn Alexander

Frau steht im Regen und schaut gen grauem Himmel
Der Blick an den Himmel könnte im Herbst 2022 öfter von Regenwolken getrübt werden als normalerweise

Es war ein teils enormer Dürre-Sommer. Einige Regionen bekamen über Wochen keinen Tropfen Regen. Doch bereits der Septemberanfang zeigt, dass es der Herbst ganz anders machen könnte.

September immer nasser

Schaut man auf die experimentellen Langfristprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA, dann fällt rasch auf, dass diese von Aktualisierung zu Aktualisierung für den September immer nasser werden. Durchschnittliche Regenmengen von um die 70 Liter pro Quadratmeter, die im September normal wären, dürften demnach locker überschritten werden. Ähnlich sehen es ebenfalls andere Wettermodelle. So zeigt das GFS-Modell derzeit bis zum Ende seines Prognose-Zeitraums am 23. September verbreitet Regensummen von 40 bis 90 Litern pro Quadratmeter – teilweise auch deutlich mehr. Die momentanen Trends haben beispielsweise bei den Nordlichtern und in Richtung Alpen locker über 100 Liter je Quadratmeter in den Berechnungen.

Lese-Tipp: Das alles kann das Wetter im September

Oktober ebenso im Griff der Tiefs?

Sowohl der Altweibersommer als auch der Goldenen Oktober gehören für einige von uns zu den schönsten Phasen des ganzen Jahres. Bunt gefärbte Wälder erinnern an den Indian Summer und die Sonne kitzelt uns bei weitem nicht mehr so intensiv wie in den Wochen zuvor. Einen mittelprächtigen Strich durch das herbstlich schöne Kalkül könnte uns dabei allerdings der Regen machen. Denn die Langfrist-Computer sehen ebenfalls einen teilweise zu nassen Oktober - insbesondere im Norden. Schlecht für Schwönwetter-Freunde. Aber nach dem teilweise krassen Dürre-Sommer wäre ein zu nasser Oktober auf jeden Fall wichtig.

Das kann das Wetter im Oktober – Hitze, Stürme, Wintereinbrüche

November 2022 - die graue Eminenz mag’s ebenfalls durchwachsen

Und was soll man sagen oder besser schreiben: Auch der November kommt - ebenso wie der Dezember - bei den aktuellen Langfristkarten der NOAA vielfach zu nass um die Ecke. Damit wäre der Trockenheit schon mal ein wenig Einhalt geboten. Auch wenn natürlich die Herbst- und Wintermonate nicht mehr unbedingt die ganz großen Regenmengen bringen. Zumindest statistisch gesehen.

Das kann das Wetter im November – 50 Grad Unterschied – Spätsommer bis Eisfach

Zu trocken, zu nass, zu warm, zu kalt - was ist im Herbst normal?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Herbstmonate September, Oktober, November:

  • Meteorologisch beginnt der Herbst am 1. September und endet mit dem November
  • Kalendarisch findet der Wechsel gut drei Woche später statt. Grund ist die Statistik und die Vergleichbarkeit von Jahreszeiten
  • Die heißesten Temperaturen bringt der Herbst für gewöhnlich zu Beginn, wenn die Sonne noch kräftig ist und die Tage lang
  • Spitzenreiter im Herbst mit 36,5 Grad sind die Wetterstationen an der Sternwarte in Jena (gemessen im Jahr 1911) sowie Bühlertal in Baden-Württemberg (gemessen im Jahr 1947).
  • Und selbst im ersten Oktoberdrittel sind in den Wetter-Hitlisten noch Spitzen von etwas über 30 Grad verzeichnet
  • Gleichzeitig legt aber mit häufigeren Nachtfrösten natürlich schon die Kälte nach und lässt im Laufe des Herbstes wiederholt die Schneefallgrenze sinken
  • Statistisch gesehen können wir dabei im Deutschlandmittel auf rund 330 Sonnenstunden hoffen
  • Regen ist im Schnitt um die 190 Liter pro Quadratmeter drin
  • Die Temperaturmittel liegt bei rund 9 bis 10 Grad
  • Eine der schönsten Phasen im Herbst ist der Altweibersommer, der für gewöhnlich ab Mitte September los legt

Lese-Tipp: Mehr zum Wetter-Potenzial in Deutschland im Herbst

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(bal)