Herbst 2017 war zu nass - Oktober und November auch zu warm

Am 1. Dezember beginnt der Winter, zumindest meteorologisch. Zeit, auf den Herbst zu blicken. Wie war er denn so, der Herbst 2017? Gefühlt war er sehr trist, mit wenig Sonne. Aber stimmt das auch? 

51 Stunden zu wenig Sonne

Ein Frau geht am 26.11.2017 in Hannover (Niedersachsen) entlang einer kahlen Allee und spiegelt sich dabei in einer großen Pfütze (Aufnahme mit Fisheye-Objektiv). Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Es war ziemlich nass in Deutschland im Herbst 2017. © dpa, Hauke-Christian Dittrich, hcd

Leider ja. Tatsächlich blieb die Sonnenscheindauer mit rund 260 Stunden um 16 Prozent unter ihrem Soll von 311 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne vom Hochrhein bis zum Allgäu mit gebietsweise mehr als 350 Stunden. Wenig Sonnenschein erhielten dagegen das Sauerland und der Harz mit örtlich unter 180 Stunden. Mancherorts kam die Sonne im November auf gerade mal ein Drittel der üblichen Sonnenscheindauer. Das kann schon aufs Gemüt schlagen. 

Darüber hinaus war der Herbst nass. Sehr nass. Alle drei Monate waren niederschlagsreich. Mit etwa 225 Litern pro Quadratmeter (l/m²) übertraf der Herbst recht deutlich sein Soll von 183 l/m² um 22 Prozent. Zahlreiche Starkregenereignisse, wie am 2. September im äußersten Südosten, am 13. September im Südwesten, am 5. Oktober im Norden und am 11. November im Schwarzwald, ließen in Deutschland alle drei Monate zu nass ausfallen. Der insgesamt meiste Niederschlag fiel mit bis zu 780 l/m² am unmittelbaren Alpenrand. In Küstennähe gab es sogar einige neue Stationsrekorde für den Herbst. Die größte Tagesmenge meldete am 11. November aber Bernau-Goldbach im Südschwarzwald mit 116,6 l/m². 

Vergessen wir auch nicht die Stürme, die der Herbst brachte. Gleich zu Beginn des Herbstes erlebten wir einige Stürme, die wegen der stark belaubten Bäume eine besondere Gefahr mit sich brachten. Menschen starben, es gab teilweise hohe Schäden.

Video: Ende Oktober wütete Herbststurm 'Herwart'

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28,1 Grad in Müllheim der Herbst-Rekord

Der Herbst war mit 9,7 Grad Celsius um 0,9 Grad wärmer als das Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Anders als im Vorjahr erlebten die Menschen in Deutschland zunächst einen kühlen September, in dem das Quecksilber nur vereinzelt über 25 Grad stieg. Im zweiten Oktoberdrittel meldete sich dagegen nochmals der Sommer zurück: Zwischen Hoch 'Tanja' über Südeuropa und dem ex-Hurrikan 'Ophelia' über den Britischen Inseln gelangte für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Luft vor allem in den Südwesten Deutschlands.

Verbreitet wurden über 25 Grad gemessen. Müllheim, südwestlich von Freiburg, meldete dabei am 16. Oktober mit 28,1 Grad bundesweit das Maximum des Herbstes. Der November verlief mild, brachte aber auch gelegentliche Vorstöße kälterer Meeresluft aus Nordwesten. Anschließender Hochdruckeinfluss und windstille, klare Nächte sorgten für die ersten flächendeckenden Fröste. Örtlich reichte bereits eine dünne Schneedecke für zweistellige Minusgrade aus. Die kälteste Nacht registrierte man mit dem bundesweiten Minimum von -13,1 Grad am 15. November in Oberstdorf. 

Mit Material vom DWD