Vom Tropensturm zum Supertaifun

Surigae überrascht mit Rekordstärke: Über 300 km/h und 20 Meter hohe Wellen

Ausläufer des Taifuns Surigae haben die philippinische Küste getroffen.
Die Ausläufer von Surigae haben Teile der Philippinischen Küste getroffen. © DJ RJ RENE CASTINO via REUTERS, DJ RJ RENE CASTINO, JAS

Supertaifun Surigae bricht April-Rekord

Vor den Philippinen hat sich der erste Supertaifun der Kategorie 5 des Jahres 2021 gebildet, der gleichzeitig eine neue Rekordmarke gesetzt hat. Beim Supertaifun SURIGAE handelt sich nämlich um den intensivsten Tropensturm im Monat April seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig wirft auch die atlantische Hurrikansaison 2021 ihre Schatten voraus. Auch die könnte erneut sehr viele und intensive Stürme bringen.

Surigae: Ein meteorologisches Monster

SURIGAE ist in seiner Intensität vergleichbar mit vielen, sehr extremen Stürmen. Denn mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von über 300 km/h und einem Kerndruck von 888 hPa am Wochenende, steht er auch den wesentlich bekannteren Hurrikanen wie KATRINA oder WILMA um nichts nach. Ein meteorologisches Monster also, das mit seinem Hauptsturmfeld aber vor allem über der offenen Wasserfläche der Philippinensee wütet. Aktuell mit Wellen von 15 bis 20 Metern Höhe, während die Inseln der Philippinen von den Ausläufern des Taifuns gestreift wurden.

Meterhohe Wellen und Orkanböen: Hier treffen die Ausläufer von Surigae an Land

Super-Taifun Surigae trifft mit voller Wucht Küstenabschnitte der Philippinen.
Mit voller Wucht treffen die Wellen einige Küstenabschnitte der Philippinen. © JOHN EMMANUEL TAYO via REUTERS, JOHN EMMANUEL TAYO, JAS

La Nina und der Golfstrom: Stürme werden maßgeblich beeinflusst

Auch wenn der Taifun nicht nennenswert in Landkontakt treten wird, so scheint er doch ein schlechtes Vorzeichen für die Sturmsaison auf der Nordhalbkugel zu sein. Einerseits hatte das Klimaphänomen La Niña (spanisch: „das Mädchen”) bereits im letzten Jahr beispielsweise für neue Rekorde der atlantischen Hurrikansaison gesorgt. Denn La Nina führt generell zu einer Verstärkung der Sturmtätigkeit. Sowohl im tropischen Atlantik, als auch im pazifischen Raum. Andererseits könnte auch der schwächelnden Golfstrom die Sturmsaison auf dem Atlantik erneut stark ankurbeln.

Welche Auswirkungen hat La Niña?

Die Graphik zeigt die weltweiten Auswirkungen des Klimaphänomens La Niña. Demnach sorgt es auch für die Intensivierung der Tropenstürme.
Die weltweiten Auswirkungen des Klimaphänomens La Niña. © wetter.de

Prognose: Atlantische Hurrikansaison 2021 könnte abermals sehr stark werden

In Anbetracht dieser Gemengelage und anhand der ersten Experten-Einschätzungen sieht auch die Vorhersage für die Sturmsaison auf dem Atlantik eher ungünstig aus. Denn nach dem Rekordjahr 2020 gehen auch die Prognosen und Vorhersagen für die Sturmsaison 2021 von einem überdurchschnittlich intensiven Sturmjahr aus, das durchaus 17 benannte Sturmsystem oder mehr mit einem nicht unerheblichen Anteil an Hurrikanen bringen kann. Davon wären natürlich die USA und der karibische Atlantik maßgeblich betroffen.

Vorhersage: Atlantisch Hurrikansaison 2021 könnte erneut heftig werden

Auf diesem von der US-Raumfahrtbehörde Nasa zur Verfügung gestellten Bild ist der Hurrikan «Genevieve» aus der ISS vor der mexikanischen Westküste zu sehen.
Hurrikan Genevieve am 19.08.2020 aus dem Weltall gesehen. © dpa, Nasa, flm

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Hurrikan und einem Taifun?

Grundsätzlich gibt es viele Bezeichnungen für die stärksten Stürme der Erde. Der Oberbegriff lautet Tropenstürme. Sie entstehen oft aus riesigen Gewitterkomplexen, die zu einem einzigen Sturmsystem zusammenwachsen können. Passiert dies über dem Atlantik oder im Ostpazifik, dann spricht man von einem Hurrikan. Im westpazifischen Raum, also im Bereich Südostasien, Japan oder auch auch bei den Philippinen, handelt es sich um einen Taifun. Bei der Bildung über dem Indischen Ozean spricht man in der Regel von einem Zyklon. Rund um Australien werden Tropenstürme auch Willy-Willy genannt.

Links zu den Themen: Tropenstürme, La Nina und der Klimawandel

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