Medicane möglich

Griechenland, Türkei und Balkan: Gewitter mit Starkregen, Hagel, Orkanböen, Tornado-Gefahr

Urlaubsregionen von schlimmer Unwetter-Serie betroffen

Seit Tagen rumort es im Südosten Europas. Gewittertief CHRISTIAN sorgte wiederholt für heftige Gewitter. Jetzt nehmen die Unwetter erneut an Fahrt auf. Kaltluft trifft auf das warme Mittelmeer. Ein brisante Wetterlage, die am Freitag sogar in einem sogenannten Medicane gipfeln könnte.

Welche Regionen sind betroffen?

RTL-Meteorologe Patrick Panke: „Der Schwerpunkt der Gewitter und Unwetter liegt auch in den kommenden Tagen im Bereich Griechenland, Türkei und Balkan. Im Fokus ist hierbei vor allem auch das Ägäische Meer. Den vorläufigen Höhepunkt sehen die Wettercomputer am Freitag.”

Mit welchen Gefahren müssen die Menschen im Südosten Europas jetzt rechnen?

Hier sieht Panke vor allem die schweren Gewitter mit den entsprechenden Begleiterscheinungen. Das seien Hagel, Sturm- bis Orkanböen und ein erhöhtes Potenzial für Tornados und Wasserhosen. Weiterhin weist der RTL-Meteorologe daraufhin, dass der Starkregen zu Überflutungen und Erdrutschen führen kann. In der Region seien zum Teil durchaus Regenmengen von 300 Liter pro Quadratmeter und mehr möglich.

„Gerade die teilweise kargen und durch den Dürresommer und die Brände nochmals gezeichneten Böden können diesen Wassermassen noch weniger entgegensetzen als es vorher der Fall gewesen ist.”

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Wasserhosen sind Tornados über dem Wasser

Das Foto zeigt eine Wasserhose. Dabei handelt es sich um einen Tornado, der sich über dem Wasser gebildet hat.
Eine Wasserhose hat sich gebildet

Eine unheiligen Gemengelage mit dem Höhepunkt am Freitag

Am Freitag sei der vorläufige Höhepunkt zu erwarten: „Dann berechnen manche Wettermodelle sogar volle Orkanböen jenseits von 120km/h.” Auch ein möglicher Medicane tauche in manchen Prognosen auf. Zuletzt seien die Vorhersagen diesbezüglich zwar eindeutiger gewesen. Aber auch momentan sei ein solches Sturmtief mit den Eigenschaften eines Tropensturms nicht auszuschließen: „Zwar sind die Wassertemperaturen von um die 25 Grad etwas zu niedrig. Doch kommt es ebenfalls darauf an, wie kalt die Luft in den höheren Luftschichten ist, die auf das warme Mittelmeerwasser trifft.”

Medicane UDINE im September 2020

Die Graphik zeigt die Computer-Animation von Medicane UDINE. Der Monstersturm bildete sich Mitte September 2020.
Im September 2020 bildete sich am Mittelmeer ein schwerer Sturm: Medicane UDINE © wetter.de

Was ist ein Medicane?

Ein Medicane entsteht, wenn sich ein eigentlich ganz normales Tief sich über warmem Wasser immer weiter verstärkt und so immer mehr tropische Eigenschaften bekommt. Meteorologisch gesehen wird er somit zu einem sogenannten Medicane - ein mediterraner Hurrikan. Einen solchen Fall gab es beispielsweise im letzten Jahr. Auf unseren Wetterkarten hat dieser Monstersturm den Namen UDINE bekommen. In Südeuropa wurde es CASSILDA genannt.

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(bal, oha)