Heftige Unwetter: Frau stirbt nach Blitzschlag in Aachen - Weltkriegsmunition wegen Hitze explodiert

Ein Spaziergänger fand die Leiche der Frau

Nach dem bisher heißesten Tag des Jahres hat es in der Nacht von Montag auf Dienstag kräftig gedonnert, geblitzt und gehagelt. In Aachen ist eine Frau vom Blitz erschlagen worden. Die 73-Jährige sei am Stadtrand mit ihrem Fahrrad unterwegs gewesen und offenbar von einem Gewitter überrascht worden, sagte ein Polizeisprecher. Ein Spaziergänger habe sie am Montagabend gefunden.

Einer Mitteilung der Feuerwehr zufolge ließ der Stromstoß die Kette ihres Rades schmelzen. Die Seniorin sei unter einem Baum gefunden worden, der Rettungsdienst habe nur noch ihren Tod feststellen können.

Kiste voller Weltkriegsmunition geht hoch - unsachgemäße Lagerung

Bei einem Munitionssammler in Hennef an der Sieg (NRW) explodierte eine Kiste mit Munition. Der Mann war offensichtlich ein Sammler, der die Weltkriegsmunition auf Flohmärkten kaufte und unsachgemäß lagerte.

Verletzt wurde dabei niemand. Die Explosion löste aber einen Brand aus und führte zu einem Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, wie die Polizei in der Nacht zu Dienstag mitteilte. Weil die Einsatzkräfte weitere Detonationen befürchteten, räumten sie mehrere Häuser. Sie fanden tatsächlich weitere Munition, die von Sprengstoffexperten schließlich kontrolliert auf einem Feld gesprengt wurde. Die Einsatzkräfte waren am Nachmittag wegen eines Explosionsgeräuschs zu dem Haus gerufen worden. Als sie dort ankamen, gab es weitere Detonationen. Eine Garage geriet in Brand.

Auch entlang des Rheins, im Ruhrgebiet oder in der Region Osnabrück gab es Unwetter. Größere Schäden an Gebäuden blieben nach Angaben der Polizei bis zum frühen Morgen zunächst aus. In Bremen liefen am Morgen nach heftigem Regen zwei Keller mit Wasser voll. Starke Niederschläge zogen auch über Franken hinweg.

Es gewittert weiter - Dachstuhl in Brand

Auch am Dienstagmorgen gewitterte es weiter - vor allem über Norddeutschland. In Nahe im Kreis Segeberg schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und setzte den Dachstuhl in Brand, wie ein Polizeisprecher sagte. Menschen wurden nicht verletzt. Im Kreis Pinneberg standen mehrere Keller und Straßen unter Wasser. Auch in Hamburg-Schnelsen schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Starkregen behinderte am Morgen den Verkehr auf der A7 bei Hamburg.

In Braunschweig wurde eine Grundschulklasse während eines Waldausflugs von Gewittern übberascht. Die Lehrerin hatte die Einsatzkräfte alarmiert, die die durchnässten Kinder zunächst in ihren Fahrzeugen unterbrachte und dann von einem Bus abholen ließ. In Wolfsburg brannte ein Einfamilienhaus, nach Zeugenhinweisen besteht der Verdacht, dass ein Blitzschlag das Feuer im Dachstuhl auslöste. Es entstand ein Schaden von etwa 80 000 Euro, Menschen wurden nicht verletzt.

Flugausfälle und -verspätungen am Frankfurter Flughafen: Der Betreiber stoppte wegen der heftigen Gewitter die Flugzeugabfertigung. In Rheinland-Pfalz wurde die Feuerwehr zu etlichen Einsätzen wegen voll gelaufener Keller gerufen. Dramatisch war die Lage aber nicht, sagte ein Sprecher des Rhein-Pfalz-Kreises. Für die Betroffenen wahrscheinlich schon.