Heftige Hurrikan-Saison

Heftige Hurrikan Saison - Ölteppich verstärkt Stürme

Nach einer eher verhaltenen Hurrikan-Saison im vergangenen Jahr erwartet die US-Wetterbehörde in diesem Jahr deutlich mehr und auch heftigere Stürme. Und auch der Ölteppich im Golf von Mexiko kann schlimme Folgen haben, was die Stärke der Wirbelstürme angeht.

Die Vorhersage prognostiziert 14 bis 23 Tropische Stürme. Dabei sind drei bis sieben Wirbelstürme mit starker Zerstörungskraft zu erwarten. Das sind Hurrikane mit Windgeschwindigkeiten von mindestens 178 Kilometern pro Stunde. Mit dem Ölteppich kann aber alles noch viel heftiger kommen.

Drei Gründe nennt die NOAA für eine starke Hurrikan-Saison. Schon jetzt haben wir es mit extrem hohen Wassertemperaturen zu tun, die noch mehr Energie für die Stürme liefern können. Wir befinden uns derzeit in einer Phase (Zyklus der Meeresströmungen), der die Bildung von Hurrikanen begünstigt. Und El Nino geht zu Ende und La Nina kommt in den nächsten Monaten. Auch das begünstigt die Bildung von Wirbelstürmen.

Öl kann zu explosionsartiger Verstärkung der Hurrikane führen

Da Öl viel dunkler ist als Wasser, kann Öl mehr Sonnenlicht absorbieren. Dadurch wird die Wasseroberflächentemperatur deutlich höher sein als im Fall ohne Öl. Das Öl verhindert außerdem die Verdunstung, bei der sich das Wasser abkühlen kann. Schon alleine dadurch wird den Hurrikanen viel mehr Energie zur Verfügung gestellt als unter normalen Verhältnissen. Sie können sich also noch stärker entwickeln. Doch das ist noch nicht alles, wenn es um das Öl geht:

Das Wasser muss im Golf von Mexiko zwischen zwei sehr enge Stellen (Meerenge bei Yucatan und Meerenge zwischen Kuba und Florida) fließen. Dabei kommt es zu einem Düseneffekt. Hier können sich vor und hinter dieser Düse Meereswirbel bilden und ablösen. Sie sind bis in große Tiefen mit sehr warmem Wasser angefüllt! Der aktuelle Ölteppich erreicht gerade einen dieser Wirbel im Golf von Mexiko. Öl wird sich dadurch auch auf die Südostküste Floridas zu bewegen. Aber dieses Öl wird diesen warmen Wirbel noch weiter erwärmen und kann zu einer explosionsartigen Verstärkung der Hurrikane führen. Somit herrscht dieses Jahr also eine besonders große Bedrohung vor heftigen Hurrikanen.

Agatha erster Tropensturm der Saison

Die Pazifische Wirbelsturm-Saison ist verheerend gestartet. In den vom Tropensturm „Agatha“ ausgelösten Regenfluten in Mittelamerika sind mittlerweile 135 Menschen zu Tode gekommen. In von dem Unwetter am stärksten betroffenen Guatemala starben durch Erdrutsche und bei Überschwemmungen mindestens 109 Menschen. In Honduras stieg die Zahl der Toten auf 17, in El Salvador verloren mindestens 9 Menschen das Leben.

La Union in El Salvador meldete innerhalb von vier Tagen über 400 Liter Regen pro Quadratmeter. Im nahe gelegenen Acajutla gelten im Mai 166 Liter pro Quadratmeter als normal (zum Vergleich: in Berlin sind es 55 Liter pro Quadratmeter), womit in La Union fast die dreifache Monatssumme innerhalb von vier Tagen vom Himmel gefallen ist.