Heftige Gewitterfront zieht über Deutschland

Über 50.000 Blitze registriert

Heftige Gewitter haben am Mittwochabend in Deutschland gewütet, aber nur relativ geringe Schäden verursacht. Obwohl Tausende von Blitzen innerhalb kurzer Zeit niedergingen, kam es nach Angaben der Polizei kaum zu größeren Einsätzen. Die Unwetter waren am Abend von der Mitte Bayerns über Mitteldeutschland in Richtung Nordosten gezogen. Zwischen 14:00 und 23:00 Uhr wurden 50.000 Blitze registriert. Eine Orkanböe von 122 km/h wurde auf Hiddensee gemessen.

Thüringen: Brände in zwei Wohnhäusern, Bahnstrecken kurzzeitig gesperrt

In Thüringen setzten Blitzeinschläge am Abend zwei Wohnhäuser in Brand, außerdem fuhr ein Regionalexpress im Süden des Bundeslands gegen einen umgestürzten Baum. Reisende wurden bei dem Unfall nicht verletzt. Der Baum war wegen eines heftigen Gewitters nahe Rentwertshausen bei Meiningen auf die Gleise gefallen. Rund 50 Reisende mussten den Zug verlassen und wurden mit Bussen abgeholt.

Starkregen und extreme Windböen

Auch in Teilen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sorgten Starkregen und einzelne umgestürzte Bäume kurzzeitig für Verkehrsbehinderungen. In Berlin musste eine U-Bahn-Linie auf oberirdischer Strecke am späten Abend für kurze Zeit wegen eines Feuerwehreinsatzes unterbrochen werden.

Die heftigste Windböe wurde auf Hiddensee mit 122 km/h gemessen. Das entspricht einem Orkan der Windstärke 12! Die stärksten Windböen wurden zudem in Eisleben mit 100 km/h, dicht gefolgt von Dessau-Rosslau (beide Sachsen-Anhalt) und Lautertal-Oberlauter (Bayern) mit 98 km/h, Artern (Thüringen) 97 km/h und Würzburg (Bayern) mit 96 km/h gemessen. Das bedeutet Böen der Windstärke 10, also schwere Sturmböen. Weitere Orkanböen oder orkanartige Böen der Stärke 11 und 12 sind eventuell in den heftigen Gewittern kurzzeitig aufgetreten, aber nicht direkt an den Messstationen.