Heftige Gewitter im Westen: Bahngleise dicht, Zeltplätze geräumt, Behinderungen im Flugverkehr

Sommerzeit ist Campingzeit – besonders für Kinder und Jugendliche. Eine zeltende Jugendgruppe aus Mainz bekam dabei jetzt zu spüren, dass Zelte bei Gewitter nicht die günstigsten Behausungen sind. Die Feuerwehr brachte die etwa 90 Kinder, Jugendlichen und ihre Betreuer im Landkreis Miltenberg noch vor Beginn von  Sturm, Regen und Gewitter in der Nacht zum Freitag in eine Turnhalle, in der sie dann übernachteten. Sie konnten ihr Zeltlager am Morgen in Faulbach fortsetzen, wie ein Feuerwehrsprecher berichtete.

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Auch ein anderer Zeltplatz im Landkreis Miltenberg mit 90 Kindern und Jugendlichen aus Offenbach wurde geräumt. Anders als die Mainzer Gruppe fuhren die Offenbacher aber mit dem Bus nach Hause. Zu dem Zeitpunkt hatte der Sturm der Feuerwehr zufolge bereits die meisten Zelte in Mönchberg umgeweht und zerstört. Umstehende Fahrzeuge waren zudem von umfliegenden Gegenständen getroffen und beschädigt worden. Dennoch wurde niemand verletzt.

Die Gewitter am Donnerstag hatten insbesondere in Rheinland-Pfalz und Hessen für einige Schäden gesorgt. In der Nähe von St. Goarshausen am Rhein blockierten Erdrutsche die Bundesstraße 242. Zwischen Mainz und Mannheim verursachten Gewitter mehrere Signalstörungen. Der IC 2217 von Greifswald nach Stuttgart musste einen Umweg fahren und hatte dadurch Verspätung. Zwischen Oppenheim und Nierstein kam es im Regionalverkehr zu Verspätungen, nachdem ein Blitz in ein Signal eingeschlagen hatte.

Bahnstrecke unterbrochen

Ein Regionalzug steht bei Niederbrechen auf freier Strecke. Feuerwehrleute betreuen die Passagiere. Ein Baum war während eines Gewitters in die Oberleitung gestürzt und hatte den Zugverkehr unterbrochen.
Unwetter sorgen in Hessen für blockierte Gleise, bei Limburg ging es für eine Regionalbahn nicht mehr weiter. © dpa, Thomas Frey, tfr fdt

Auf der Strecke zwischen Limburg-Eschhofen und Brechen-Niederbrechen saßen mehr als 50 Reisende in einem Regionalexpress mehr als zwei Stunden fest, nachdem eine Baumkrone auf eine Oberleitung gestürzt war. Die Strecke wurde einige Stunden in beide Richtungen voll gesperrt. Der Frankfurter Flughafen stellte vorübergehend die Abfertigung der Passagiere ein. In Hünfelden-Kirberg schlug ein Blitz in ein Haus ein und setzte es in Brand. Verletzte gab es dabei nicht.

Auch über das Saarland sind kräftige Gewitter hinweggezogen. Laut der Saarbrücker Feuerwehr gingen zu Spitzenzeiten 20 Notrufe innerhalb weniger Minuten ein, sodass weitere Wachen um Unterstützung angefragt werden mussten. In den meisten Fällen mussten umgestürzte Bäume weggeräumt werden.

Campingplätze in Bayern geräumt

In Bayern räumte die Polizei wegen starken Regens zwei Zeltplätze, wie ein Sprecher am Morgen mitteilte. Über 180 Menschen mussten die Campingplätze verlassen. Im oberfränkischen Viereth-Trunstadt schlug ein Blitz in den Dachstuhl eines Kieswerks ein und steckte Büroräume in Brand.

In Nordrhein-Westfalen krachte es bereits am Donnerstagnachmittag. Die Unwetterfront sorgte in der Region Euskirchen für überflutete Straßen. Teilweise staute sich das Wasser in den Straßen und Keller liefen voll. Umgestürzte Bäume blockierten einige Straßen. Die Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn war zeitweise blockiert.