Pflanzen für den Artenschutz

Hecken für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Vögel

von Amelie von Kruedener

Fast in jedem Garten gibt es eine oder mehrere Hecken - aber die meisten davon sind ziemlich wertlos für unsere Insekten, Schmetterlinge und Vögel. Fremde Ziergehölze und Nadelbäume haben für diese Tiere kaum einen Nutzen. Dabei ist eine Hecke aus heimischen Sträuchern und Bäumen um so viel ökologischer - und - by the way, gleichzeitig um ein Vieles günstiger. Warum also nicht gleich eine Mischhecke aus Holunder, Hasel, Rotem Hartriegel, Brombeere oder Wildrosen anpflanzen?

Im Video erklärt Bernd Fuchs, was Hecken noch so können.

Jede heimische Hecke ist ein Stück Artenschutz

Mal vorneweg, es gibt zwei Arten von Hecken: Die Schnitthecke, die meist kastenförmig gestutzt wird - und die freiwachsende Hecke, die wegen ihrem wuchtigen Wuchs oft nur in sehr großen Gärten oder auf Feldern ihren Platz findet. Gibt man der Schnitthecke auch mal die Möglichkeit zu blühen, ist sie auch in kleinen Gärten ein Eldorado und ideale Nahrungsquelle für sämtliche heimischen Insekten und Vogelarten.

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Heimische Pflanzen für eine artenfreundliche Hecke

Holunder ist eine tolle artenschutzgerechte Strauchpflanze für den Garten
Holunder als Blüte macht nicht nur Insekten glücklich. Und ein paar gepflückte Blütendolden geben den tollsten Hollerblütensirup ab.

Egal ob Schnitt- oder freiwachsende Hecke, diese heimischen Pflanzen werden von Insekten, Schmetterlingen und Vögeln geliebt. Voraussetzung ist natürlich, dass die Pflanzen auch mal blühen und Früchte ausbilden dürfen.

  • Liguster (braucht Schatten - weiße Blüte im Juni bis Juli, Früchte: August bis September)
  • Hainbuche (braucht Halbschatten, grün-braune Blüte im Mai - Juni, Früchte: September - Oktober)
  • Rotbuche (braucht Schatten, blüht rot-braun im April - Mai, Früchte: September - Oktober)
  • Weißdorn ( braucht Schatten, weiße Blüte im Mai - Juni, Früchte: September - November)
  • Schlehe ( braucht Sonne - weiße Blüte im April - Mai, Früchte: Oktober - November)
  • Holunder (braucht Schatten – weiße Blüte im Juni bis Juli, Früchte: August – September)
  • Wildrosen (brauchen unterschiedliche Bedingungen, je nach Sorte und blühen auch unterschiedlich)
  • Roter Hartriegel (brauchen Schatten, weiße Blüte im Mai - Juni, Früchte: August - Oktober)
  • Rote Heckenkirsche (brauchen Halbschatten, gelb-weiße Blüte im Mai - Juni, Früchte: Juni - Juli)
  • Wildapfel (braucht Schatten, blüht weiß/rosa im Mai - Juni, Früchte bis September)
  • Vogelkirsche (braucht Schatten, blüht weiß im April - Mai, Früchte: Juli)
  • Haselnusssträucher / Korkenzieherhasel (braucht Halbschatten, blüht grün-gelb im Februar bis April, Früchte: September - Oktober)
  • Pfaffenhütchen (kann von Schatten bis Sonne, blüht grün-weiß im Mai - Juni, Früchte: August bis Oktober)
  • Sanddorn (braucht Schatten, blüht im März - Mai, Früchte: August - Dezember)
  • Winter-Linde (braucht Halbschatten, blüht gelb im Juni - Juli, Früchte: September)
  • Schwarze Johannisbeere (braucht Halbschatten, blüht im April - Mai, Früchte: Juni - Juli)
  • Gemeiner Schneeball (kann von Schatten bis Sonne, blüht weiß im Mai - Juni, Früchte: September - November)

Mit Kirschlorbeer und Thuja ist keine Artenvielfalt zu gewinnen

Thuja-Hecke ist schlecht für den Artenschutz
Wegen Trockenheit und schwer verrottbaren Pflanzenteile unter der Thuja hier Ödnis unter der Hecke. Regenwürmer oder laubzersetzende Lebensformen und die davon lebenden Vögel oder Igel bleiben hier fern.

Die schlimmsten, und leider oft die beliebtesten Heckenpflanzen, sind Thuja und Kirschlorbeer. Man findet sie in fast jedem Neubaugebiet und Garten. Für die Tierwelt haben sie kaum einen Nutzen. Die Blätter, Blüten und Beeren sind giftig, Insekten und Schmetterlinge meiden diese Gehölze. Allenfalls finden ein paar Vögel Schutz im Geäst.

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Fremde Pflanzen bieten einfach viel zu wenig Futter

Heimische Wildsträucher haben ein riesiges Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten in allen Entwicklungsstadien, bei exotischen Gehölzen in unseren Gärten findet man hingegen so gut wie keine Fraßspuren von Raupen und anderen Insekten.

Bestes Beispiel: Der beliebte, jedoch nicht heimische Schmetterling- oder Sommerflieder bietet zwar attraktiven Nektar für die erwachsenen Schmetterlinge. Als Raupenfutterquelle aber ist er wertlos. Die können sich also gar nicht erst entwickeln, wenn kein Futter da ist. Die Konsequenz: Ohne Raupen fehlt die Futterquelle für viele Singvögel. Da helfen auch die gut gemeinten Nistkästen nichts. Die Konsequenz für den eigenen Garten: Pflanzen Sie einen raupenfreundlichen Faulbaum gleich neben den Sommerflieder.

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Frangula alnus flowering bush, blooming white flower close up detail, dark green leaves background.
Die Raupen des Zitronenfalters ernähren sich hauptsächlich von den bei vielen Insekten beliebten Blättern und Knospen des Faulbaums. Ohne den Faulbaum würde es also keine Zitronenfalter geben.

Wann wird eine Hecke gepflanzt?

Der Herbst ist die beste Zeit für das Anlegen einer neuen Hecke. So können sich schon vor dem Frühjahr die ersten Feinwurzeln entwickeln. Auch das Frühjahr eignet sich noch für ein Pflanzung.

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Der beste Abstand für Heckenpflanzen

Für eine Schnitthecke ist ein Pflanzabstand von etwa 40 Zentimetern sinnvoll. Eine wildwachsende Hecke braucht mit 1 bis 2 Metern wesentlich mehr Abstand.

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Sommerflieder im Garten.
Schmetterlinge lieben den Nektar des Sommerflieders.

Wie wird eine Hecke gepflanzt?

Nun geht es ans Buddeln: Ein Pflanzloch muss etwa doppelt so breit und tief ausgehoben werden, wie der Wurzelballen groß ist. Die Wurzeln der Heckenpflanze sollten noch einmal mit einem scharfen Messer eingekürzt werden. Das fördert die Feinwurzelbildung. Der Strauch wird in das ausgehobene Loch gestellt und das Loch wieder mit Erde aufgefüllt. Die Pflanze sollte währenddessen leicht hochgerüttelt werden, so dass am Ende nur der Wurzelbereich gut mit Erde bedeckt ist. Zum Ende wird reichlich gewässert und die Erde im Pflanzloch festgetreten.

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Erster Schnitt der neuen Hecke

Als Abschluss sollten die Heckenpflanzen zurückgeschnitten werden. Das ist besonders bei einer Frühjahrspflanzung notwendig. Die Wurzeln sind noch nicht richtig ausgebildet und die Blätter verdunsten zu viel Wasser. Damit ist die Gefahr groß, dass die Pflanze vertrocknen könnte.

Von Juni bis September ist sowieso ein radikaler Schnitt verboten. Leicht in Form schneiden sollte man dann wieder Ende Juli, dann ist die Brutzeit der Vögel zu Ende.

Günstig und wertvoll - was kosten Pflanzen für die Hecke?

Vor den Kosten muss man sich auch nicht scheuen. Im Gegensatz zu teils extrem teuren fremdländischen Pflanzen, sind die heimischen Gehölze meist für 10 bis 25 Euro pro Stück zu bekommen.

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(avo)