Hat der Sommer 2018 eigentlich überhaupt eine Chance, schön zu werden?

Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie wohl der Sommer 2018 nach den viel zu warmen Monaten April und Mai wird. Der Frühling bescherte uns ja schon überdurchschnittliche, sogar sommerliche Temperaturen und da fangen natürlich die Spekulationen an, ob das Wetter seine Sommertage schon jetzt verpulvert hat oder ob uns genauso warme oder zu warme Sommermonate bevorstehen.   

Was passiert nach einem zu warmen/kalten Frühling?

Temperaturanomalien zwischen den Jahreszeiten
Temperaturabweichungen zwischen Frühling und Sommer von 2003-2017 © RTL Interactive, wetter.de

Da muss ein Blick in die Statistik her. Grob gesehen führt ein zu warmer Frühling tendenziell zu einem durchschnittlichen oder nur leicht überdurchschnittlichen Sommer. Beispiel: Im Jahr 2007 war der Frühling knapp 3 Grad zu warm und darauf folgte ein für mitteleuropäische Verhältnisse normaler Sommer. Das Jahr 2007 ist kein Einzelfall. Auch in anderen Jahren mit einem zu warmen Frühling gibt es diese Tendenz. Genauer gesagt in insgesamt sechs von 15 Jahren war dies der Fall.

Dagegen führt ein zu kalter Frühling eher zu einem überdurchschnittlich warmen Sommer – so war der Frühling 2013 fast 1 Grad zu kalt. Daraufhin fiel der Sommer rund 1,5 Grad zu warm aus. Das gleiche Schema gab es in den Jahren 2006 und 2010.  

Demnach steht uns also - völlig unspektakulär - ein durchschnittlicher Sommer bevor. 

Was passiert mit den einzelnen Sommermonaten?

Temperaturanomalien von verschiedenen Monaten der letzten Jahre
Temperaturabweichung der Monate April,Mai,Juni,Juli und August im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961-1990). © RTL Interactive, wetter.de

Und was sagt die Statistik, wenn wir nicht die ganze Jahreszeit betrachten, sondern einzelne Monate? Der April 2018 war einer der wärmsten in den letzten hundert Jahren und auch der Mai 2018 wird fast 3 Grad zu warm werden. Ziehen wir wieder das Jahr 2007 zu Rate. Damals waren der April rund 3,5 Grad und der Mai knapp 2 Grad zu warm. Nach diesen sehr warmen Frühlingsmonaten folgte ein überdurchschnittlicher Juni. Dagegen blieben der Juli und August im Vergleich zum langjährigen Mittel (1960-1990) im Durchschnitt. Auch das Jahr 2011 spiegelt diese Tendenz wieder: Die Monate April und Mai waren ebenfalls deutlich zu warm. Darauf folgten ein leicht überdurchschnittlicher Juni und wieder ein unterdurchschnittlicher Juli.

Dann können wir uns also noch auf einen Mega-Juni freuen und in den Ferienmonaten Juli und August das Weite suchen. Das würde doch für unseren deutschen Sommer passen, oder?

Aber jetzt im Ernst: Sie sehen ja selbst an der Statistik, dass nicht wirklich ein Muster zu erkennen ist. Wir bleiben einfach weiter gespannt, wie sich die kommenden Monate weiter entwickeln, und halten Sie auf dem Laufenden. Hier schon einmal der Wetterblick für die nächsten 30 Tage.