Hamburg macht den Anfang: Erste Diesel-Fahrverbote ab 31. Mai

15.05.2018, Hamburg: Ein Fahrverbotsschild für Lastwagen mit Diesel-Motor bis Euro 5 wird an der Max-Brauer-Allee aufgehängt. Zur Luftreinhaltung werden auf der Stresemannstraße und der Max-Brauer-Allee Fahrverbote eingeführt. Noch vor dem Ende des M
Für bestimmte Diesel gelten bald Fahrverbote in Hamburg. © dpa, Daniel Bockwoldt, dbo axs wst

Diesel-Fahrverbot war absehbar

Es war abzusehen: Schon lange gab es Druck auf die Kommunen, der wachsenden Luftverschmutzung etwas entgegenzusetzen, schließlich entschied das Bundesverwaltungsgericht in der Folge des Dieselskandals, dass Fahrverbote für bestimmte Diesel-Autos grundsätzlich zulässig sind. Ab da war es nur noch eine Frage der Zeit, wann eine Kommune ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge verhängt.

Nur Euro-6 Diesel dürfen weiter fahren

Nun ist es so weit, Hamburg macht den Anfang: Ab dem 31. Mai werden in Hamburg die ersten Diesel aus dem Straßenverkehr verbannt. Die Umweltbehörde der Hansestadt kündigte an, dass sie ab eine Sperrung zweier Straßenabschnitte für ältere Dieselautos und Lastwagen plant. Betroffen sind alle Diesel, die nicht die Abgasnorm Euro-6 erfüllen. Die Durchfahrtsbeschränkungen gelten für zwei Straßenabschnitte im Stadtteil Altona-Nord. Seit der vergangenen Woche waren dort bereits Umleitungs- und Verbotsschilder an den betroffenen Abschnitten angebracht worden. Das Gericht hatte in seiner Urteilsbegründung erklärt, dass Beschränkungen für einen Streckenabschnitt durchaus verhältnismäßig sind.

Knapp 170.000 Hamburger Autos betroffen

Dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zufolge waren in Hamburg zum Jahresanfang insgesamt 264.406 Diesel-Pkw zugelassen. Davon erfüllten 96.356 Wagen die sauberste Euro-6-Norm, 80.803 die Euro-5-Norm, die anderen Euro-4 und schlechter. Betroffen sind von dem Fahrverbot in der Max-Brauer-Allee somit gut 168.000 Hamburger Pkw sowie alle anderen Diesel aus Deutschland und dem Ausland, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen und nach Hamburg einfahren.

Ebenfalls unter ein Fahrverbot fällt ein rund 1,6 Kilometer langer Abschnitt der Stresemannstraße. Dieser soll aber nur für ältere Diesel-Lkw gesperrt werden, nicht für Pkw. Ausgenommen sind zudem Rettungsfahrzeuge, Anwohner und deren Besucher, Müllwagen, Lieferfahrzeuge und Taxis, sofern sie Passagiere aufnehmen oder absetzen.