Große Hitze im Sommer 2020 auf der Nordhalbkugel?

Thermometer im Garten zeigt 45°C in der Sonne, Jahrhundertsommer 2018 *** Thermometer in the garden shows 45 ° C in the sun of the summer of summer 2018
In Zeiten der Klimaerwärmung sind Hitzewellen mit Rekorden nochmal deutlich wahrscheinlicher geworden. © imago/Christian Ohde, Christian Ohde, imago stock&people

Den Durchblick behalten

Klima und Wetter finden heutzutage in den Medien viel häufiger statt als das noch vor einigen Jahren war. Ein Umstand, der leider auch zu großer Verunsicherung beiträgt. Deshalb möchte das Team von wetter.de helfen, dass Sie den Durchblick behalten. Unsere RTL-Meteorologen Christian Häckl und Björn Alexander bewerten und kommentieren hierzu in loser Folge Meldungen aus der großen Wetter- und Klimawelt. Thema heute: Die Weltorganisation der Meteorologie (WMO) warnt vor einem bevorstehenden Hitzesommer in der nördlichen Hemisphäre, der Rekorde brechen könnte. 

Die WMO warnt vor Hitzesommer auf der Nordhalbkugel. Was ist dran, Herr Häckl?

ARCHIV - 19.08.2019, Niedersachsen, Hannover: Ein Spaziergänger zeichnet sich vor der untergehenden Sonne ab. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einem Hitzesommer in der nördlichen Hemisphäre, der Rekorde brechen könnte. (zu dpa «Weltwetteror
Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor Hitzesommer in der nördlichen Hemisphäre. © dpa, Julian Stratenschulte, js kno wst gfh

Eine schöne Schlagzeile, und eine der wenigen Langfristprognosen, die eine extrem hohe Trefferwahrscheinlichkeit hat – denn: Irgendwo auf der Nordhalbkugel brachte noch jeder Sommer irgendwann irgendwo außergewöhnliche Hitze, die Rekorde brechen könnte.

In Zeiten der Klimaerwärmung sind Hitzewellen mit Rekorden nochmal deutlich wahrscheinlicher geworden. Also rechen auch wir mit einem Hitzesommer irgendwo auf der Nordhalbkugel. Bleibt nur die nicht ganz unbedeutende Frage: Wo denn nun? Und da wird’s schon deutlich unübersichtlicher.

Hier die neuesten Trends kurz vor Sommerbeginn, der ja für uns Meteorologen schon am 1. Juni beginnt: Die experimentellen Langfristprognosen des amerikanischen Wetterdienstes zeigen für Juni bei uns in Mitteleuropa zwar zu warme Temperaturen aber keine ausgeprägte Hitze. Auch die 46-Tage Prognose des europäischen Wetterdienstes sieht das ähnlich . Und selbst das Bauchgefühl beim Blick auf die aktuellen Karten geht in die Richtung mit zunehmend wärmerem Sommerwetter nach Pfingsten, ohne aber gleich allzu große Hitze.

Auch der Juli soll zu warm, aber nicht extrem heiß ausfallen, der August sei eher unauffällig

Diese Prognosen des amerikanischen Wetterdienstes betreffen den europäischen Raum, schließen aber natürlich nicht aus, dass es irgendwo anders auf der Nordhalbkugel ein Hitze- und Rekordsommer wird. Und auch die Vorhersage, dass 2020 gobal unter den Top 3 landen wird, hat natürlich ihre Berechtigung. Weltweit gesehen haben wir ja schon fünf sehr warme Monate hinter uns. Das weitaus größere Problem, das wir für den Sommer sehen ist und bleibt die Trockenheit, die gerade bei uns im Westen hier immer schneller immer extremere Ausmaße annimmt, denn auch die kommenden sieben Tage wird hier kein nennenswerter Niederschlag fallen, ein bisschen Regen könnte über Pfingsten von der Lausitz übers Erzgebirge bis nach Südbayern fallen.

Einziger Hoffnungsschimmer derzeit: mit der deutlich wärmeren Luft Anfang Juni könnte das Schauer- und Gewitterrisiko Mitte/Ende nächster Woche deutlich ansteigen – und die Luft wer dann ach so feucht, dass diese Regengüsse ihren Namen auch verdienen. Das wäre dann zwar wieder nur eher punktuell ergiebig aber auf alle Fälle besser als gar nix! Und mit ein bisschen Glück könnten Anfang/Mitte Juni auch die extrem kräftigen Hochdruckgebiete im Nordeuropäischen Raum, die uns immer diese extrem trockene Luft mit diesem extrem blauen Himmel bringen, endlich schlapp machen – dann wäre ein Übergang zu „normalem” Wetter mit regelmäßigerem Regen zumindest möglich.

Ein Kommentar von RTL-Meteorologe Christian Häckl

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