Großbritannien: London von Hochwasser bedroht

Nassester Winter seit über 200 Jahren bedroht jetzt die Hauptstadt

Großbritannien wird von Unwettern gebeutelt. Und die Aussichten auf die nächste Woche sind weiter bedrohlich. Neue Atlantiktiefs mit Sturmpotential ziehen in Richtung der Britischen Inseln. Die Gefahr von weiteren Überflutungen steigt stetig. Nun ist aufgrund der hochwasserführenden Themse auch London von Hochwasser bedroht.

Hochwasser England
Orkantief Tini hinterlässt in Großbritannien große Schäden

Es ist der nasseste Winter seit über 200 Jahren und keine Entspannung in Sicht. Die Böden sind von den bislang gefallenen Rekordmengen an Regen gesättigt und können kein Wasser mehr aufnehmen. Die Flüsse führen Hochwasser. Besonders die Grafschaften Surrey und Berkshire sind betroffen. In einer Wetterstation südwestlich von London sind seit Anfang Dezember fast 470 Liter Regen gefallen.

Britische Inseln im Würgegriff des Wetters - ein Toter und viele Verletzte

Das Orkantief Tini hat in Irland und England reichlich Schäden verursacht. Böen von über 160 Kilometern pro Stunde deckten Dächer ab und warfen Bäume und Strommasten um. An den Küsten haben riesige Wellen Molen und Dämme beschädigt.

Am Donnerstag waren 80.000 Haushalte in Großbritannien und sogar 190.000 in Irland ohne Stromversorgung, wie die Energieversorger in beiden Ländern mitteilten. Stürme mit Windgeschwindigkeiten von deutlich mehr als 100 Kilometern pro Stunde haben in der Nacht zum Donnerstag Stromleitungen gekappt.

Im englischen Wiltshire starb nach Polizeiangaben ein älterer Mann. Er wollte Bäume beseitigen, die auf Stromleitungen gefallen waren - er erlitt offenbar einen Stromschlag. Weitere Menschen wurden bei Räumungsarbeiten verletzt. In Manchester wurde ein Mann von einer durch die Luft gewirbelten Zaunlatte bewusstlos geschlagen. Allein in Großbritannien gelten für 16 Regionen in drei Grafschaften ernste Sturmwarnungen, die Lebensgefahr für die Bewohner bedeuten können.

Viele Menschen verließen ihre Häuser aus Furcht vor den Fluten - inzwischen stehen im Süden Englands große Flächen unter Wasser. Mehrere Zugverbindungen in Großbritannien und Irland sind unterbrochen, nachdem Erdrutsche und Unterspülungen die Gleise unbenutzbar gemacht hatten. In einem Zug von London nach Edinburgh waren in der Nacht Hunderte Fahrgäste für Stunden eingeschlossen.