"Größtes Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier"

ARCHIV - Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche über Eisschollen im Gebiet der Nordwest-Passage in Kanada (Undatierte, neuere Aufnahme). Die US-Regierung will Eisbären nach Informationen der
Zeitung: USA wollen Eisbären per Gesetz zu bedrohter Art erklären © dpa, C3066 Hinrich Bäsemann

„Erderhitzung verändert Ökosysteme in dramatischem Tempo"

Der WWF warnt vor dem „größten Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier“. Die Umweltstiftung verweist auf die Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN, auf der mittlerweile mehr als 30.000 Tiere als bedroht gelten, davon 6.400 als vom Aussterben bedroht.

Es gibt nur noch weniger als 80 Sumatra-Nashörner

Sumatran Rhinoceros - eating in forest Dicerorhinus sumatrensis. Way Kambas National Park - Lampung Province - southern Sumatra - Indonesia. critically endangered / threatened species - fewer than 200 left - captive - Sumatran Rhinoceros Sanctuary wi
Sumatran Rhinoceros - eating in forest (Dicerorhinus sumatrensis). Way Kambas National Park - Lampung Province - souther © imago images/Ardea, Rights Managed via www.imago-images.de, www.imago-images.de

WWF-Vorstand Eberhard Brandes sieht einen Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Artensterben. „Die Erderhitzung verändert Ökosysteme in dramatischem Tempo. Viele Tiere und Pflanzen können sich nicht schnell genug anpassen.“

Als Beispiel für das Artensterben nennt die Organisation unter anderem Eisbären: Den Tieren geht es in einigen Regionen deutlich schlechter. Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Population bis 2050 verschwinden. So leben demnach beispielsweise in der nördlichen Hudson Bay noch 842 Tiere.

Dramatisch ist die Entwicklung auch bei den Sumatra-Nashörnern: Das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias starb im November. Der Lebensraum der Tiere war enorm geschwunden, weil der Wald für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau in den vergangenen Jahrzehnten gerodet wurde. Derzeit streifen noch einige Exemplare durch Indonesien - laut WWF-Schätzungen weniger als 80 Tiere.

Buschfeuer bedrohen Lebensraum von Koalas

Bei schweren Buschbränden in Australien sind seit Oktober mehr als 2.000 Koalas verbrannt. Das sagten Wissenschaftler kürzlich bei einer Anhörung im Parlament. Große Flächen an Eukalyptuswäldern, Lebensraum und gleichzeitig Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt. Laut WWF ist ihre Zahl in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft.