Griff ins Klo!

Händler bleibt auf 10.000 Paketen Klopapier sitzen

ARCHIV - Toilettenpapier oder auch Klopapierrollen gestapelt in einer Toilette in Sellin, aufgenommen am 02.09.2010. Massenweise verschwand Toilettenpapier in einer Außenstelle des Thüringer Landeskriminalamtes. Mit einer verdeckten Kamera sollte der
Toilettenpapier war zu Beginn der Corona-Krise ein knappes Gut © dpa, Stefan Sauer

Händler Dirk Bruns importierte aus dem Ausland

Das Coronavirus sorgte in Deutschland für eine echte Klopapier-Krise: Leere Regale in Supermärkten, Discountern und Drogerien. Zu Beginn der Krise kam es zu regelrechten Hamsterkäufen, die Leute bunkerten die begehrten Pakete haufenweise bei sich zu Hause. Der unerwartete Run auf die Papierrollen, ließ viele Händler kreativ werden. Auch Händler Dirk Bruns wollte seine Kunden zufriedenstellen und orderte Nachschub aus dem Ausland. Blöd nur, das die Lieferung viel zu spät kam und sie dann niemand mehr wollte.

Klopapier kam zu spät und die Qualität stimmte nicht

Dirk Bruns bestellte 10.000 Pakete à zwölf Rollen aus Russland und Portugal, investierte 20.000 Euro. Die Kunden hätten ihn bedrängt, Klopapier zu besorgen, sagte Bruns gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Verkaufen wollte er das Paket für 2,22 Euro. Allerdings kam die Ware erst 10 Tage nach Ostern. Da war die größte Klopapier-Not aber schon vorbei und auch deutsche Produzenten konnten wieder liefern. Dazu kam, dass den Kunden die Qualität des ausländischen Klopapiers nicht passte. "Der deutsche Hintern mag es lieber dreilagig", sagte Marktleiter Axel Politt. Das Papier aus Portugal und Russland hatte aber nur zwei Lagen. Und so blieb Händler Bruns auf seiner Ware sitzen.

Selbst als er den Preis reduzierte und die Pakete für 99 Cent anbot, wollte keiner zuschlagen. Bruns Lager ist auch heute noch voll mit Klopapier. Auf eine zweite Welle will er sich nicht verlassen, lieber spendet er die Rollen jetzt an Altenheime, Tafeln und Vereine. Dirk Bruns aber nimmt es mit Humor. "Im Nachgang kann ich sagen: Diese Menge Klopapier war ein Griff ins Klo. Also für'n Arsch."